a Cube of Kaaba

Wer die diesjährige 9. WIEF in London besucht oder anderweitig dort ist, sollte dringend einen Blick werfen auf das schönste Stück Cool Britannias. Im Victoria and Albert Museum ist eine nennenswerte Sammlung mit Kunst aus der islamischen Welt. Unbedingt sehenswert!

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Good News are for Good People..

..and Bad News are for Bad People?

Es ist der 15-Uhr-Zug von Tübingen nach Stuttgart. Eine Pendlerstrecke, aber eine Uhrzeit zu der Pendler rar sind. Die beste Uhrzeit für gute Unterhaltungen mit ausländischen Businessmenschen die in Metzingen, der Einkaufsmetropole, zusteigen. Eine Zeit zu der die Züge pünktlich und die Sitze frei sind.

Jeden zweiten Tag fahre ich diese Strecke. Nicht zum Flughafen, wie die Businessmenschen, sondern in ein medizinisches Zentrum. Heute möchte ich kein interessantes Gespräch führen. Heute kommen die Befunde. Was mache ich daraus?

Im Leben läuft nie immer alles optimal. Jeder Mensch hat eine Bürde und die ist immer nur so schwer, dass er sie tragen kann. Aber warum wiederfahren guten Menschen schlechte Dinge? Ich weiß es nicht, aber starke Menschen können schwere Bürden tragen und das müssen sie. Das stand heute in meinem Kalender:

“Life has meaning only in the struggle. Triumph or defeat is in the hand of God. So let us celebrate the struggle!”

Mein Leben ist mehr wie diese Zugfahrt, als wie ein Kampf. Ich fahre, steige um, warte, hoffe, renne, fluche, bin alleine und zusammen. Ich will in diesem Zug sitzen, aber wohin fährt er? Kann ich das entscheiden? Steige ich eines Tages aus, bin verheiratet und heiße Mama? Arbeite ich und lebe ich oder bin ich verloren? Ich will mit allen Zügen fahren und durch alle Abteilungen laufen. Ich will alt werden, mein Leben lieben, aber jetzt muss ich erst aussteigen und stark sein!

Der Arzt legt mir seine großen, warmen Hände auf den Arm. Will er wieder neues Blut für neue Tests? Neuigkeiten gibt es heute keine für mich. Ich soll weiter kämpfen sagt er!

Gehört kämpfen also zum stark sein? Wofür kämpfen Menschen? Für Menschenrechte und eine Flasche Wasser. Für einen Mann und die Aussicht auf Liebe. Und wofür soll ich jetzt kämpfen? Mit dem Arzt für eine handfeste Diagnose und die korrekte Schreibweise meines Nachnamens?

Mein Handy blubbert schon wieder eine SMS. Meine Freundin Dotzi will, dass ich mit ihr Donuts esse. Der Alltag ist die beste Medizin gegen Schicksalsschläge, die hoffentlich nicht bei jedem zum erwachsen werden gehören. Aber kennt ihr die Regel, dass jedem Menschen nur einmal etwas Schlimmes passiert? Das stand nicht in meinem Kalender. Das hat Dotzi gesagt und sie hat gesagt, dass ich auch über tiefgründige Sachen schreiben muss. Wer hat eigentlich dieses SMS erfunden? Ich will ihre Stimme hören und ich will leben, weil ich nicht kämpfen will. Ich bin doch schon stark!

Mervy Kay

P.S.: Da fällt mir eine Überlieferung aus dem Islam ein. Unser Prophet (s) soll empfohlen haben fünf Dinge vor fünf anderen zu nutzen!

„Nutze dein Leben vor deinem Tod. Deine Gesundheit vor deiner Krankheit. Deine Jugend vor deinem Alter. Dein Reichtum vor deiner Armut und deine freie Zeit vor der Beschäftigung.“

Macht Sinn!

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how to be an urban nomad

Ich habe diesen Song gehört von Marina & the Diamonds „How to Be a Heartbreaker“ und darin heißt es

„(1) Rule number one, is that you gotta have fun…(2) Rule number two, just don’t get attached to somebody you could lose..(3) Rule number three, don’t wear your heart on your sleeve, unless you wanna taste defeat & (4) Rule number four, gotta be looking pure“.

Gut, jeder wird mir glauben, dass ich keine Herzensbrecherin bin. Marinas Regeln finde ich trotzdem nützlich!

Genau vor einem Jahr bin ich zum Studieren von einem kleinen Städtchen im Strohgäu in ein großes Städtchen am Neckar gezogen. Als Student sei es am leichtesten eine neue Stadt kennen zu lernen, meinten meine Eltern. Man lerne viele, viele, viele  Menschen kennen und habe die Gelegenheit seine Karten neu zu mischen. So lerne man auch sich selbst ein bisschen besser kennen! Yuhuu..?!

Ich hatte meine Karten eigentlich gut sortiert und der gemütliche Lebenswandel stellte sich anfangs als höchst ungemütlich heraus. Wie alle übermotivierten Erstsemestler stürzte ich mich auch erstmal in eine Lehrmaterialieneinkaufstour. Eichhörnchen auf fachspezifischer Printmaterialienjagt! Natüürlich mit meinen Millionen superfantastischen, superinteressanten, superneuen Freunden, denen ich   a l l e s   über mich natüürlich auf einem Silbertablettchen präsentieren konnte und natüürlich präsentierte.

Von den Millionen Konservendosenfreunden ist nicht mehr viel übrig und von der Übermotivation noch weniger. Dafür vermehren sich die bösen Tratschereien der Studierstädtchenkinder reichlich und einmal aufgedeckte Karten, bleiben nunmal offen. Aber was soll’s, das Spiel geht weiter und früher oder später werden die Karten wieder neu gemischt.

Für alle übermotivierten Erstsemestler:

Nicht jeder von euch wird dieses Neue-Stadt-Neues-Glück-Spiel gewinnen. Hier muss sich jeder sein Kartenhaus neu aufbauen. Besser als vorher kenne ich mich auch nicht, aber ich hab   n e u e   Karten gefunden, die mir für Regel eins noch gefehlt haben: Die Jocker oder wie ich sie nenne – Stadtnomaden.

Es gibt sie in jedem Studierstädtchen. In manchen weniger, in manchen mehr. Sie haben meistens Migrationshintergrund und reisen in ihrer Freizeit in ganz Deutschland herum und besuchen Seminare und Podiumsdiskussionen über den Islam im entferntesten Sinne oder über Integration und Politik und die Welt! Wenn sie nicht können, reisen sie im Internet herum und suchen Artikel und Videos von oder über Ihresgleichen. Fast alle von ihnen sind gläubig und die meisten sehr kreativ und aktiv. Es gibt Männchen von ihnen und Weibchen, Großchen und Kleinchen, Jungchen und Altchen, Schlauchen und sogar Dummchen, viele Pärchen und mehr Alleinchen. Ganz witzig sind sie meistens auch, aber auf jeden Fall fröhlich! Ich hab schon manche gesehen, die sich auch anders anziehen, Haremshosen mit Westen oder mit Gebetskette am Hals, manche unter ihnen haben ein Kopftuch oder einen Turban und andere nicht. Viele sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Sie sind alle verschieden, aber sie machen alle dieses Land ein bisschen besser und ich bin auch einer von ihnen!

Es gibt uns wirklich überall, aber man weiß so wenig über uns, dabei sind wir doch so interessant. Es muss unbedingt einer  ein Lied singen „How to Be an Urban Nomad“, ob ich das wohl machen sollte? Dafür bin ich viel zu heiser von all den stadtnomadischen Diskussionen auf den Straßen hier an meinem Neckarstückchen. Aber rede doch mit einem Stadtnomaden, wenn du einen findest – das ist dein Joker und dafür gibt es von Marina noch keine Spielregeln!

Mervy Kay

P.S.: Beachte auf dem Foto das Bild links an der Wand.