Muslime in Deutschland

Als gebürtige Muslima biete ich in meinem Blog einen Einblick auf den Schmelztiegel zwischen konservativer Lebensführung und urbanem Liberalismus – kurzum: Es geht hier um Muslimischsein in Deutschland!

Moslem ist, wer sich zum Islam bekennt. Dieser Begriff leitet sich von dem arabischen Wort aslama ab und bedeutet „Hingabe“. Der Islam meint damit konkret die Unterwerfung vor einem einzigen Schöpfer – Allah. Das macht sich bei vielen Muslimen auf unterschiedliche Weise durch die Einbindung seiner Botschaft in ihre Lebensführung kenntlich.

Trotz das sich unsere Religion nicht kompromisslos mit westlichen Wertvorstellungen und der freiheitlich demokratischen Grundordnung überdeckt, ist sie dennoch mit ihr vereinbar. Das ist eine tagtägliche Herausforderung auf die ich mich mein Leben lang einlassen möchte.

Ich bin keine ethnische Deutsche, aber solange muslimisches Leben hier möglich ist, stehe ich als Teil dieser Gesellschaft dafür ein, dass der Islam uneingeschränkt zu Deutschland gehört und lehne es ab, als Anhängerin einer barbarischen Subkultur gesehen zu werden.

„Wenn Islam Ergebung in Gottes Willen heißt, im Islam leben und sterben wir alle“ – J. W. Goethe

Hier zum anhören.

42 Kommentare

  1. Ich habe gelernt, dass der Qur’an nichts Heiliges ist, zumal ein Buch von Menschenhand produziert wird. Auch habe ich gelernt, dass einen Unterschied zwischen einem Propheten und zwischen einem Gesandten gibt, weil ein Prophet eine Botschaft von Gott erhellt, ohne die Aufforderung zu bekommen diese weiterzugeben, wohingegen es die Pflicht des Gesandtes ist, genau das zu tun… also ist ein Prophet kein Gesandter, aber ein Gesandter sowohl Prophet als auch eben ein Gesandter. Das waren meine ersten Gedankensprünge, auch ich diesen Beitrag hier von dir las. Was sagst du dazu?

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  2. Pingback: Blogger schreiben gemeinsam Geschichte….. Zusammenfassung aller Geschichten | westendstories

  3. Theologische Diskussionen sind ein weites Feld, oft auch ein Minenfeld, dennoch meine ich, mich hier darauf einlassen zu können, ohne gleich getrollt zu werden, oder schlimmer noch, als Troll wahrgenommen zu werden.

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  4. Heilige Bücher.

    Das grundsätzliche Problem, die Aussagen eines Höheren Wesens festzuschreiben besteht meines Erachtens darin, dass alle Regeln, Hinweise und Gesetze welche jenem Höheren Wesen zugeschrieben werden, immer von Menschen dargelegt wurden. Ob diese Menschen jeweils tatsächlich den Willen des Höheren Wesens abbilden, lässt sich letztendlich weder beweisen noch widerlegen.

    Es folgt daraus, dass in der Vielzahl Heiliger Bücher, welche auf dieser Erde existieren, vermutlich viel Wahrheit enthalten ist, vermutlich aber auch genauso viele Irrtümer. Der Irrtum ist schließlich eine sehr menschliche Eigenschaft. Die aktuelle Version eines Heiligen Buches entspricht also dem heutigen Stand der Erkenntnis (und der Irrtümer) der entsprechenden kulturellen Gemeinschaft (aka Religion) über die tatsächlich vorhandene Wahrheit.

    Da die Menschen sich nicht anmaßen sollten, die ganze Wahrheit des Universums zu kennen (Denn dann wären sie ja dem Höheren Wesen gleich), kann jedes dieser Heiligen Bücher auch nicht die vollständige Wahrheit enthalten (Sie wurden ja von Menschen geschrieben). Sie können auch nicht endgültig und statisch sein, denn die Menschen werden auch in Zukunft immer wieder weitere kleine Splitter der Wahrheit erkennen, und diese sollten hinzugefügt werden zu diesen Büchern.

    Aus dieser Argumentation heraus, aber auch aus einem tief in mir selbst verwurzelten Gefühl heraus, meine ich, dass der persönliche, nicht rational begründete Glaube oft mehr Wahrheit enthält, als jedes von anderen Menschen niedergeschriebene Buch.

    Da wir niemals die ganze Wahrheit kennen werden, sollten wir es grundsätzlich unterlassen, anderen unsere eigene, vermeintliche Wahrheit aufzudrängen. Respektieren wir lieber den individuellen Glauben jeder und jedes Einzelnen, und betrachten ihn als eines von vielen Fenstern zu dem Höheren Wesen, welches über uns Menschen und das ganze Universum wacht.

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    • Lieber Hataibu,

      Updates sind beispielsweise notwendig bei Softwaresystemen, da Fehler behoben bzw. neue und fortschrittliche Erkenntnisse verwirklicht werden sollen.
      Der Mensch lernt nunmal dazu und entwickelt sich weiter. So auch all das auf Menschen Beruhende.
      Das bedeutet, dass alle von Menschenhand verfassten Bücher nach einer gewissen Zeitspanne, die nicht allzu lang sein wird, überarbeitet werden sollten, um dem aktuellen Stand der Technik bzw Erkenntisse zu entsprechen.
      Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass ein Buch, das unzählige Themengebiete enthält und selbst nach 1400 Jahren noch immer in keinem Wiederspruch zur Technik und menschlichen Erkenntnissen steht, sondern im Gegenteil neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt, Nicht-Menschlich sein muss, vielmehr Göttlich. Der Autor dieses einen Buches, nämlich des Koran, stellt sich vor als Allah.

      Möge Allah Wärme in unsere Herzen geben und Erleuchtung.
      Der Verstand dessen Werkzeuge unter anderem die Augen sind, kann beispielsweise in der Wüste durch eine Fata Morgana getäuscht werden und somit die lebensrettende Wasserquelle nicht finden, von der sie glaubt bald trinken zu können.
      Das gottergebene Herz läuft mit Hingabe zu dem Allmächtigen in Seinem Licht voll Zuversicht und Geduld. Dies alleine übertrifft schon die lebenswichtige Erfrischung, die eine Wasserquelle in Aussicht stellt. Doch der Barmherzige schenkt dem voll Gottes-Liebe erfüllten Menschen, unangekündigt und für den Verstand nicht nachvollziehbar, eine Quelle aus der dieser unendlich viel trinken kann und dessen Geschmack alles anderer vorher genossene unvergleichlich übertrifft.

      Ich wünsche allen Menschen ein aufrichtiges Herz gefüllt mit Liebe, Zuversicht und Hingabe.

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      • Gott schätzen lernen in seiner Einfachheit und Schönheit, und Freude ist geweckt von „heiliger Schrift“.
        Wobei in aller Demut ich mich besonders geborgen fühle, wo das Heilige der Schrift die Schrift selber berührt.
        Das aber sind Buchstaben, Worte, Wort- und Buchstabentreue.

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  5. Pingback: ausgesprochen anders | Mervy Kay

    • Moslem ist, wer sich zum Islam bekennt. * steht oben im zweiten Absatz.

    Ist es Muslimen möglich, darzulegen, was gemäß islamischem Recht vorgesehen ist, wenn man nicht länger Moslem sein möchte, also nicht mehr „glauben“ sondern aus dem Islam austreten will ?

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        • Wenn du den Artikel richtig liest, dann siehst du auch, dass da drin steht, dass diese Regeln nur gültig sind, wenn man in einem islamischen Staat lebt, der sich nach der Scharia richtet. Bin jetzt im Unklaren darüber, ob Deutschland auf die Definition zutrifft. Was meinst du?

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          • In Deutschland ist die Todesstrafe gemäß GG Artikel 102 abgeschafft, und das finde ich gut so. Es ist eine der Lehren aus 12 Jahren Gröfaz-Tyrannei.
            Denn Todesstrafe ist m.E. gar keine Strafe, sondern ein Racheakt, aus Hass geboren — Hass ist kein guter Ratgeber.
            Todesstrafe lehne ich in jedem Fall ab — also nicht nur dort, wo islamische Gesetze gelten oder wo Islam Staatsreligion ist, sondern auch in Ländern wie Japan, China, USA, Weißrussland etc.

            Dass aber gemäß islamischem Recht Apostasie mit dem Tod „bestraft“ wird, finde ich besonders absurd; man kann schließlich nicht wissen, was jemand „glaubt“.
            Außerdem wird von einigen Vertretern des Islams gern mal vorgeschoben, dass es laut Koran „keinen Zwang im Glauben“ gibt (Sure 2:256). Warum aber dann die Todesstrafe für Apostaten gemäß islamischem Recht — auch heute noch? Widerspricht sich das nicht ?

          • Einfach nur Deine Überlegungen zur Todesstrafe und zum „Zwang im Glauben“.

            Wobei Aufrichtigkeit im Umgang mit den unangenehmen Aspekten des Islams hilfreich sein kann.

          • Es betrifft mich nicht. Es ist jedem seine Sache, was er glaubt und die Todesstrafe steht in Deutschland bundesrechtlich ohnehin nicht zur Debatte.

          • Vielleicht nutzt Ihnen dies: Wenn man bedenkt, dass der Eroberungszug des liegenden Halbmondes, über den Balkan und über Spanien in nur hundert Jahren vollzogen worden ist, fragt man sich, wie das möglich gewesen ist.
            Die Heere, die damals im Namen des Propheten losgezogen sind, haben teilweise unterwegs noch Stämme missioniert, die dann mitgezogen sind.
            Aus militärstrategischen Gründen war es unbedingt erforderlich, dass diese ständig wechselnden Truppen in jedem Fall zusammengehalten haben, das machte ihre eigentliche Stärke aus. Der Glaubenszusammenhalt soll durch Verweis auf den Grundsatz der Apostasie erreicht worden sein.
            So hat man mir das erklärt als ich in Tunesien gelebt habe und mit der gleichen Frage umgegangen bin.
            Vielleicht befindet sich jemand unter den Lesern, der das noch genauer erklären kann.
            Schöne Grüsse aus dem Bembelland

  6. Hallo,
    bin neu auf diesen blog geraten und hätte auch eine ernstgemeinte, ungetrollte Frage, auf die ich in dieser Kommileiste noch keine Antwort fand. Was meinst du mit dem Satz, dass „der Islam uneingeschränkt zu Deutschland gehört“? In welcher Weise? Vielleicht finde ich die Antwort ja auch in deinem blog, den ich mir nun mal genauer anschaue…

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    • Aha, ich erkläre lieber noch einmal genauer, warum mich der Satz so irritiert. „Muslime gehören zu Deutschland“ – das sehe ich absolut genau so. „Der Islam gehört zu Deutschland“ – das bedeutet für mich, dass islamische Ideale und muslimische Lebensart das kulturelle Leben Deutschlands beeinflusst und mitgeprägt hätten. Das kann ich aber nicht so beobachten. Vielmehr dümpelt das doch alles eher unakzeptiert als Parallel-Lebensweise vor sich hin, ohne von einer breiteren Bevölkerungsschicht wahrgenommen zu werden. Muslimische Berufstätige und Schüler bekommen an ihren Feiertagen frei, aber kaum ein Nicht-Muslim weiß, was da eigentlich gefeiert wird. Vielleicht wäre eine Öffnung auf beiden Seiten da ganz gut… Kultureller Einfluss / gegenseitige kulturelle Bereicherung hat doch nichts mit Dönerbuden zu tun, sondern mit Wissen übereinander und im Idealfall Feiern miteinander. Da haperts noch gewaltig.

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      • Der Islam gehört für mich ganz einfach deshalb zu Deutschland, weil geschätzt 5 Mio. Menschen, die hier leben, sich zu diesem Glauben bekennen. Weil ich sie so in diesem Glauben respektiere, sage ich, die gehören halt eben einfach mit dazu zu uns allen. Mache ich es mir da zu einfach mit so ganz profanem, simplen Fakten-Denken und ohne große Verknotungen im Hirn?

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  7. Ja, da möchte ich dir beipflichten!
    Hier sehe ich auch eine Chance für progressive muslimische Gemeinden. Z.B. wäre es denkbar, dort offene Andachten zu organisieren, an denen auch interessierte Nichtmuslime teilnehmen können und wo diesen einzelne wesentliche Aspekte des Islam näher gebracht werden können. Oder es könnten auch gemeinsame Veranstaltungen mit dafür offenen christlichen Gemeinden organisiert werden. Ich finde auch, dass die christlichen Gemeinden hier gefordert sind, erste Schritte auf Muslime zu zu gehen. Auf lange Sicht finde ich es sogar denkbar, dass eine ökumenische Bewegung entstehen könnte, welche die drei großen monotheistischen Religionen umfasst.

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  8. „Trotz das sich unsere Religion nicht kompromisslos mit westlichen Wertvorstellungen und der freiheitlich demokratischen Grundordnung überdeckt, ist sie dennoch mit ihr vereinbar.“ wie soll den etwas vereinbar sein wenn es sich NICHT überdeckt. das ist doch ein widerspruch in sich !

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  9. Wenn Islamisten Zitate aus dem Koran für ihre Gewalt verwenden, reagieren liberale Muslime mit dem üblichen Argument „Islamisten missbrauchen den Koran“ und „die Passage ist aus dem Zusammenhang gerissen“. Das behaupten sie oft ohne selbst den Zusammenhang zu kennen oder zu nennen. Wenn Islamkritiker auf Passagen hinweisen, die unmissverständlich Hass und Gewalt schüren, heißt es „Ihr seid genau so wie die Islamisten, ihr sucht nur die Passagen aus, die eure Islamfeindlichen Argumente unterstützen“.
    Oft aber verhalten sich diese liberalen Muslime zum Koran wie die Fundamentalisten. Sie befragen den Koran wie das Orakel von Delphi und holen ein paar friedliche Passagen heraus und wollen damit belegen, dass der Islam die Religion des Friedens sei. Gerne verzichten sie dabei auf den Zusammenhang. Wie z.B. ein Vers, den wir in den letzten Tagen oft gehört haben „Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält.“ Kaum ein anderer Vers wird aber aus seinem Zusammenhang gerissen wie dieser eigentlich halbe Vers, denn:
    1. handelt es sich hier nicht um ein islamisches Gebot sondern um die Wiedergabe eines jüdischen Gebots, und wird gerne von liberalen Muslimen bewusst am Anfang ausgeschnitten. Der Vers beginnt nämlich mit den Worten: Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels vorgeschrieben: Wer einen Menschen tötet….“
    2. Kommt der darauffolgende Vers mit der tatsächlichen islamischen Botschaft und Regelung des Tötens:
    „Der Lohn derer, die sich Allah und Seinem Gesandten wiedersetzen und Unheil im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil“. Fast alle islamischen Kommentatoren sind sich einig, Apostaten, Blasphemiker und Beleidiger des Islam und diejenigen, die Muslime daran hindern, die Botschaft Allahs in die Welt zu tragen seien in diesem Vers gemeint. Auch alle Rechtsschulen verwenden den Vers als Beleg für die Tötung von Abtrünnigen. Dann kommen liberale Muslime und sagen, nein jemand anders ist damit gemeint, aber wir wissen nicht wer genau, man muss den Kontext lesen! Welchen Kontext?
    Also dieses Versen-Ping-Pong hilft niemandem. Wer den Koran als Ratgeber für Frieden verwendet, ist genau wie die Islamisten, denn er erhöht den Koran zu einem politischen Instrument. Radikale kann man nicht mit Koranpassagen bekämpfen, denn das wäre ein Heimspiel für sie. Man muss eher die Gültigkeit des Koran angreifen als Ratgeber für Fragen, die Gewalt, Frieden und Menschenrechte betreffen! Eigentlich soll die Gegenüberstellung von Friedens- und Gewaltpassagen dazu dienen, den Koran als ein widersprüchliches Buch zu entlarven, das nur die Entwicklung einer Gemeinde über 23 Jahre beschreibt, die friedlich war als sie keine Waffen besaß und gewalttätig wurde als sie über militärische Macht verfügte. Das disqualifiziert den Koran gänzlich als moralische Orientierung für Menschen im 21. Jahrhundert! Wer aber im Namen der Friedfertigkeit des Islam auf diesen Anspruch des Korans beharrt, unterstützt die Radikalen, nur grinsend!
    Die Emanzipation vom Koran ist die Lösung. Alles andere ist eine gefährliche Kosmetik!
    Hamed Abdel-Samad

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  10. Genau so sehe ich das auch!
    Übrigens bezogen auf alle sogenannten „heiligen“ Bücher, also auch der Bibel.

    Alle diese Bücher wurden von Menschen geschrieben. Menschen, die sich als Werkzeug ihres Gottes empfanden, und das, was sie als Gottes Wahrheit empfanden, zu Papier brachten. Da ist nichts Verwerfliches daran, aber man muss sich stets im klaren darüber sein, dass Menschen irren können. Auch, und oft gerade dann, wenn sie meinen, Gottes Wahrheit sehen zu können. Also müssen die Wahrheiten und die Regeln, die in diesen Büchern niedergeschrieben sind, immer wieder hinterfragt und manchmal auch an neue Erkenntnis angepasst werden.
    Der Mensch wird Gottes Wahrheit niemals vollständig erfassen können. Daher wird auch kein „heiliges“ Buch jemals tatsächlich Gottes reine Wahrheit enthalten.

    Tief in meinem Inneren fühle ich, dass es Gott nicht gut heißt, wenn Menschen andere Menschen nur dafür töten, dass sie Gott nicht auf die gleiche Weise preisen oder Gott beim selben Namen nennen.
    Aber vielleicht irre ich da auch. Schließlich bin auch ich nur ein Mensch.

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  11. Die Vorstellung des Glaubenszwangs alleine finde ich schon unsäglich. Glauben kommt aus einem Menschen heraus, er kann nicht einfach verordnet werden. Ein Mensch der zum Glauben gezwungen wird, kann allenfalls so tun, als würde er glauben. Er oder sie wird sich also auf die äußere Demonstration dieses Glaubens beschränken. Die Strafandrohung bei Apostasie wird damit einzig und allein zum politischen Machtinstrument.
    Genau aus diesem Grund ist es für mich als gläubiger Mensch folgerichtig, ein strikter Religionsgegner zu sein.
    Glaube ist Liebe, zu unseren Mitmenschen, zur Schöpfung und zum höheren Wesen; Religion ist Macht und Unterdrückung .

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    • Für mich entspringt der Glaube auch eher aus einem inneren Gefühl statt aus biblischen Texten. Mein inneres Gewissen weist mir den Weg. Ich denke, viele Menschen tragen so etwas in sich. Die vermeintlichen Verwalter des richtigen Glaubens wollen meist nur weltliche Macht ausüben. Wirklich religiöse Menschen lassen diesen inneren Glauben bei sich und anderen Menschen zu, akzeptieren und respektieren es. Und lassen ihre Mitmenschen aber mit weiteren Anforderungen und einer Besserwisserei hinsichtlich ihrer Lebensführung in Ruhe. Erst recht begegnen sie keinem mit einer totalitären Vereinnahmung und zwingen ihn da hinein in solche Strukturen, die ihn im Leben und Glauben unfrei machen. Der Glaube ist ein Geschenk im Leben, weil er die Kraft eines Menschen verstärkt. Zwangsverordnet zwingt er zur Lüge und schwächt eine ganze Gesellschaft.

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  12. Es ist sehr bereichernd, in Deinem Blog zu stöbern. Du setzt Dich reflektiert und aufgeklärt mit Deinem Glauben auseinander. Und trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass Du Deinen Glauben relativierst. Das Gegenteil ist der Fall. Dein Blog ist für mich der Beweis, dass „Aufklärung“ und „Ernsthaft gelebter Islam“ keine Gegensätze sein müssen.

    Sehr geil auch, dass Du über das Spannungsverhältnis „Islam vs. Westliche Welt“ nicht einfach die ignorante und gleichmachende Harmonie-Soße gießt, sondern schon benennst, was die Spannungspunkte sind und was die Übereinstimmungen sind.

    Du zeichnest in Deinen Beiträgen ein sehr liebevolles Bild von Allah. Endlich sind es nicht Attentäter und Terroristen, die das Bild von Allah in der westlichen Öffentlichkeit definieren, sondern eine aufgeklärte, authentische und praktizierende Gläubige.

    Die Art und Weise, wie Du Allah erlebst und beschreibst, weckt in mir, als jemand, der den christlichen Weg geht, das Interesse, mich mit diesem Allah auseinanderzusetzen.

    Bin gespannt, was ich auf Deinem Blog noch so alles ausgraben werde. Freu mich drauf!

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    • Lieber Hagen. Gegenwärtig lese ich ein sehr schönes Buch: „Die Blumen des Koran oder: Gottes Poesie“ von Ahmad Milad Karimi. Das kann ich Dir wirklich empfehlen. Vielleicht schreibe ich dazu noch etwas auf meinem Blog.

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