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How to be a good Medien-Kopftuch

Ich habe in den letzten Wochen wieder mal sehr viele Interview-Anfragen bekommen und wurde sogar zu zwei Talk-Shows eingeladen: mal ehrlich vom SWR und stern TV von RTL. Solche Anfrage-Wellen kommen immer dann, wenn wieder irgendein typisches Kopftuch-Schock-Thema durch die Medien geht: Burka-Verbot, Kopftuch-Verbot, Burkini-Verbot, Werbespots mit Kopftüchern, Richterinnen mit Kopftüchern, Beschneidungsverbot, Schächtverbot, Gebetsraum-Verbot, Doppelpass, türkische Wahlkampfauftritte, offizielle, muslimische Feiertage-Einführ-Wünsche, Flüchtlinge, Attentate von Menschen, die nach eigenen Aussagen angeblich muslimisch sind.

Wie ich mit solchen Anfragen umgehe und was ihr daraus machen könnt, erfahrt ihr hier.

Medien, Medien, Medien.

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Wir kommen! Ein Wundermittel gegen Angst und Hass.

An einem normalen Tag hätte ich einfach weggehört, wenn jemand mich als Bombenlegerin bezeichnen würde. Ich hätte das ignoriert. Verdrängt.

Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln werde ich so oft von fremden Menschen angepöbelt, da kann man eben nicht jedes mal drauf eingehen. Kämpfen. Alleine kämpfen. Denn so sieht es meistens aus. Wenn man sich wehrt, provoziert man den Pöbler und alle anderen Menschen sitzen da und schauen aus dem Fenster raus oder noch schlimmer: Glotzen!

Der Ort des Geschehens. Der Ort des Geschehens.[Weiterlesen]

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Was hat der Tag der Deutschen Einheit mit Noahs Arche zu tun?

Morgen ist der Tag der Deutschen Einheit, also ein Tag der Einigkeit und der Demokratie. Gleichzeitig ist morgen der erste Tag des islamischen Jahres 1438 und jüdisches Neujahr.

Ein Zufall, der mich an etwas wichtiges erinnert: Es ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich , dass Christen, Juden, Muslime, Atheisten und Menschen mit allen möglichen spirituellen Orientierungen friedlich und demokratisch miteinander in einem Land leben.[Weiterlesen]

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Ein Stein ist Tod.

In vielen Hadithen* wird beschrieben, wie edel es ist, ein Hindernis von einem Weg zu entfernen und wie hoch der Lohn von so einer Handlung ist. Ein kleines Hindernis kann viele Menschen gefährden oder sogar den Weg ganz versperren. Jeder wünscht sich heil und unversehrt von A nach B zu kommen.

Anfangen kann man, indem man Müll oder Steine auf gewöhnlichen Fußwegen einfach zur Seite schiebt. Ein solcher Stein, vielleicht größer als einer, der auf einem Fußweg liegen würde, lag gestern auf einer Schnellstraße. Er stammte vermutlich von der nahegelegenen Baustelle und verursachte einen Unfall.

Jetzt weiß ich auch, warum man um Baustellen herum langsamer fahren muss, auch wenn die Straße frei ist, warum man aufmerksam fahren soll und warum Eltern einem „Fahr vorsichtig!“ sagen, auch wenn man schon längst bewiesen hat, dem Autofahren mächtig zu sein.

Elhamdulillah**, es ist niemand verletzt. Aber ich hätte niemals gedacht, wie so etwas einen mitnehmen kann. Der Schock und die vielen Fragen: Was hätte noch alles passieren können? Was wäre gewesen, wenn ich andere Menschen verletzt hätte? Was wäre gewesen, wenn ein Auto in mich reingefahren wäre, weil es keine Seitenspur gab und ich nicht sofort mit einer Warnweste ausstieg und das Warndreieck aufstellte? Was wäre gewesen, wenn das 50 Meter vorher passiert wäre und ich in der Geschwindigkeit die Bande der Brücke rausgeflogen wäre?

Mein Leben scheint mir plötzlich viel mehr wert zu sein.

Danke, an alle, wirklich alle, die gestern für mich da waren. Das alles zu lesen war gestern sehr beruhigend. Seht mir nach, dass ich grad niemandem antworten kann.

Wieder auf den Beinen grüßt aus der Werkstatt,

Merve

* Ein überlieferter Ausspruch, der dem Propheten Mohammed zugeschrieben wird.

** Mein Lob und meine Verehrung dem Herrn.