Artikel
16 Kommentare

Ein Tweet und seine Geschichte

In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL ist diese Woche ein Artikel mit mir erschienen. Fiona Ehlers, die Redakteurin, die mich interviewt hat, benutzt selber gar kein Twitter. Sie hat eine Meldung in der Welt oder im Tagesspiegel gesehen, sagte sie mir und wollte der Geschichte hinter dieser Meldung auf den Grund gehen.

Ich habe schon mit den unterschiedlichsten Medien etwas zu tun gehabt – ob vor oder hinter der Schreibfeder oder Kamera. Die Arbeitsweise dieser Journalistin hat mich im Hintergrund dieser Erfahrungen wirklich beeindruckt. Sie ist mich besuchen gekommen und hat einen ganzen Tag mit mir verbracht, um mich und die kleine Geschichte hinter einer kleinen Meldung kennenzulernen. Ich habe mit ihr nicht nur über mich, sondern auch über ihre Arbeit, ihre Reisen in muslimische Länder und den Journalismus gesprochen, über das Frau sein in der Berufswelt, den Islam und Deutschland.

Hier unten findet ihr erstmal den Artikel und wenn es euch interessiert, schreibe ich auch gerne mal mehr über meine Erfahrungen mit Journalisten, dem „selber was mit Medien machen“ und meinen Uni-Wechsel. Viel Spaß beim Lesen. Und kommentieren nicht vergessen!

Der Spiegel[Weiterlesen]

Artikel

Radikalisierung in Moscheen

Zu Moscheen wird in Zeitung und Presse viel geschrieben und geredet, oftmals von Leuten, die nicht den geringsten Einblick in das Zusammenleben eines muslimischen Moscheevereins haben. Für mich ist die Moscheegemeinde die ideale Ergänzung zur Familie. Gerade in der Zeit wachsender Anonymität in der Massengesellschaft findet man als Neuling zu besonderen Anlässen, wie Ramadan oder Festtagen an denen man oft nicht nach Hause kann, Freundschaft und Fürsorge!

Moscheegemeinden wahren Tradition gegen die Oberflächlichkeit unserer Tage und versuchen islamische Werte hochzuhalten und in die heutige Zeit zu übertragen. In Deutschland finanzieren sich Moscheen durch Spenden der Mitglieder und Besucher und sind meist selbstverwaltet. Für Predigten, den Koran-, Arabisch- und Religionsunterricht und die Gebetsführung werden meistens im Ausland ausgebildete Imame eingestellt oder ehrenamtliche Vereinsmitglieder. Eine allgemeine Qualifikationsprüfung gibt es bisher nur intern, was sich aber in den nächsten Jahren ändern kann, da man seit einigen Jahren in Deutschland Islamische Theologie studieren kann.

Moscheen sind ein SafePlace für Muslime. Dort finden sie eine Gemeinschaft von Jung und Alt, in der sie verstanden werden, ohne sich erklären zu müssen. Wo sie sich islamisch weiterbilden oder ihre Freizeit verbringen können.

Beten, wohnen, treffen, feiern, schlafen, zuhören, aussprechen, lernen, teilhaben, träumen, ausruhen und radikalisieren? Ich denke nicht.

Dennoch ist es für Moscheevereine sehr schwer Räumlichkeiten zu finden oder eine neue Moschee zu bauen. In den letzten Monaten finden zusätzlich zunehmend Angriffe auf bestehende Moscheen statt. Verunreinigungen mit Schrift, Müll und Körperteilen von Schweinen oder sogar Brandanschläge.

Wer sich für Fremdes begeistern kann, ist herzlich eingeladen in der regionalen Moschee bei einer Veranstaltungen vorbeizuschauen, um Ungewissheit und Misstrauen entgegenzuwirken. Manche Moscheen sind das ganze Jahr für Besucher zugänglich, andere nur am Tag der offenen Moschee. Alle anderen bitte ich um einen respektvollen Umgang.

Ich verstehe nicht, welchen Zweck ein Schweinedarm am Eingang einer Gebetsstätte erfüllen soll. Ich will nicht naiv sein, aber ich hoffe und bete wirklich, dass jede Moschee in Deutschland sich darum bemüht, Radikalisierungen entgegenzuwirken. Und im Zweifelsfall dürfen Schweineopfer und Brandgaben wohl kaum ein geeignetes Mittel gegen eine Islamisierung darstellen.

Artikel
45 Kommentare

modereligion

„Viele junge Muslime haben den Eindruck, dass es schwierig ist den Islam in Deutschland zu leben, weil die Mehrheitsgesellschaft das Muslimischsein nicht akzeptiert.“

Buddhismus ist tatsächlich geradezu schick. Überall sitzen hübsche kleine Buddhas rum und gestresste Menschen finden ihre Mitte. Das Judentum ist auch super cool. Allgemein ist es toll, wenn Menschen spirituell sind oder sich für Übersinnliches interessieren.

Traumdeutung, hübsche Ornamente, Mythologie und Geschichten von Brüderlichkeit, Frieden und Glück gibt es auch im Islam. Aber möchte jemand muslimisch sein, wird das oft mit Zwang assoziiert oder mit einem Menschen, der nicht reflektiert, sondern rückwärts gewandt und rückständisch ist. Im schlimmsten Fall sogar radikal.

Terror, Burka, Homophobie geistert in den Köpfen rum. Negative Konnotationen. Dabei ist Islam für mich unverzichtbarer Lifestyle.

Ich glaube schon lange nicht mehr. Ich bin überzeugt.

Immer mehr Muslime engagieren sich in der Politik, der Kultur oder der Wirtschaft. Sie stehen für Innovation und kulturellen Reichtum in Deutschland. Das Netzwerk Zahnräder bietet diesen Muslimen eine Plattform, um gemeinsam Ideen und Visionen austauschen oder Projekte zu entwickeln.

Diese Woche durfte ich mich als Teil dieser Gruppe vorstellen und den anderen Mitgliedern meinen Thought of the Week mit auf den Weg geben.

20140503-204105.jpg

Muslime in Deutschland sind facettenreicher und aufregender als jemals zuvor.

Wer die diesjährige Bundeskonferenz 2014 des Netzwerks Zahnräder verpasst hat, kann unter dem Motto-Hashtag #daretoshare oder dem regulären Hashtag #zrk2014 einen kleinen, aber feinen Einblick gewinnen.

Ich bin begeistert vom Programm, aber vor allem von den Projekten und warte mit Spannung auf den nächsten Newsletter, um von der Entfernung aus mehr zu erfahren!

VLG aus Tübingen.

Artikel
3 Kommentare

#Meinungsfreiheit

Bitte frag!

Was ist mit Homosexualität? Ist Beschneidung die Verletzung der körperlichen Unversehrtheit? Findest du Kopftuch tragen nicht ungerecht? Fastest du gerne? Macht dir das Spaß? Darf man im Islam denn Abtreiben? Auch nicht bei Vergewaltigungen? Was sagst du dazu? Hast du mal wegen der Religion jemanden gekorbt? Hast du eine Zukunft in Deutschland? Warum? Wo? Was sagt der Koran zu? Kennst du? Hast du gehört? Willst du? Geht? Hast? Bist? Weißt? #Israel? #Gummibärchen? #SaudiArabien? #Feminismus? #SotchiMatussekSchwarzerEdathyUkraine? #Blub? #Blub? #Blub? #Blablablub?

#Meinungsfreiheit

Das entsetzlich Anstrengende am Leben einer Muslima und all den Leuten, die interessiert Fragen stellen, ist, dass man diese Fragen nicht nur aufnehmen, sondern verdauen und am Ende irgendeine Antwort geben muss. Selbst wenn man seine persönlichen Ansichten niemandem mitteilen und darum nicht diskutieren und sich verteidigen will, so rumoren sie doch in einem und wenn man gar nichts sagt, tun es andere und damit hat man doch etwas gesagt!

Manchmal habe ich das alles total satt.

Ich glaube, ich leiste mir ein paar meinungsfreie Tage.

Mervy Kay

P.S.: Danke Goldchen, dass du mir die richtigen Fragen gestellt hast und ich nicht richtig antworten musste und danke Frau Karnick, dass du mir die richtigen Worte geschenkt hast und die richtige #Meinungsfreiheit!