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modereligion

„Viele junge Muslime haben den Eindruck, dass es schwierig ist den Islam in Deutschland zu leben, weil die Mehrheitsgesellschaft das Muslimischsein nicht akzeptiert.“

Buddhismus ist tatsächlich geradezu schick. Überall sitzen hübsche kleine Buddhas rum und gestresste Menschen finden ihre Mitte. Das Judentum ist auch super cool. Allgemein ist es toll, wenn Menschen spirituell sind oder sich für Übersinnliches interessieren.

Traumdeutung, hübsche Ornamente, Mythologie und Geschichten von Brüderlichkeit, Frieden und Glück gibt es auch im Islam. Aber möchte jemand muslimisch sein, wird das oft mit Zwang assoziiert oder mit einem Menschen, der nicht reflektiert, sondern rückwärts gewandt und rückständisch ist. Im schlimmsten Fall sogar radikal.

Terror, Burka, Homophobie geistert in den Köpfen rum. Negative Konnotationen. Dabei ist Islam für mich unverzichtbarer Lifestyle.

Ich glaube schon lange nicht mehr. Ich bin überzeugt.

45 Kommentare

  1. Ich glaube ein bisschen ist das wie mit dem Hakenkreuz. Die Swastika, in uraltes Glückssymbol, wird von einer pseudoesoterischen Bande von Angsthasen zum Symbol erkoren und im grausamen Kampf gegen alles was ihnen Angst macht (Juden, Bolschewiken, Liberale, Homosexuelle etc. etc.) vorangetragen. Und Jahrzehnte nachdem diese Bande bewiesen hatte, dass ihre Weltanschauung zu nichts taugt, gibt es immer noch ein paar Epigonen, welche dieses Symbol benutzen um andere Menschen einzuschüchtern.
    Nehmt ihnen das Symbol weg! sage ich. Verwendet es in anderem Zusammenhang, löst seine Konnotation vom Naziterror. Ihres Symbols beraubt, wären die Rechten nur noch halb so stark.

    Der eigentliche Skandal ist doch, dass es die Salafisten (und verwandte Gruppierungen) geschafft haben, das Kopftuch zum Symbol eines menschenverachtenden Islam zu machen. Sogar ich war lange Zeit darauf reingefallen. Du, Mervy, bist das beste Beispiel, dass es auch anders geht. Wenn das mehr Leute begreifen würden, könnte sich einiges zum Besseren wenden.

    • „Wenn eine Beziehung kriselt oder zu misslingen droht, dann liegt das immer daran, dass beide Partner Fehler gemacht haben – das muss ja gar nicht vorsätzlich sein. Und wenn man eine Beziehung heilen will, dann müssen ebenso beide Seiten bereit sein, ihren Beitrag dazu zu leisten, statt einander Vorwürfe zu machen.“, sagte eine Freundin.

      Ich bin bereit an meiner Beziehung zu Deutschland zu arbeiten und möchte aufhören Vorwürfe zu machen. Jetzt ist Deutschland dran mir entgegen zu kommen.

  2. Der Schlusssatz hat was.
    Wo und bei wem allerdings Judentum cool sein soll, weiß ich nicht. Ich merke nichts davon.
    Ich meine eher zu merken, dass die drei „abrahamitischen Religionen“ als fanatisch dargestellt und daher abgelehnt werden.
    Spirituell ist oft das exotisch Ferne, ja.

    • Also einige Freunde von mir sind geradezu besessen von Israel und finden auch die Religion nicht schlecht. Ich habe da überhaupt nichts dagegen, aber habe eben festgestellt, dass es in meinem Umkreis schon so einen Trend gibt. Ich unterstütze das, kenne eben nur kaum jemanden, der sich für den Islam interessiert und das total toll findet, ohne selber Moslem zu sein.

      Der Schlusssatz gefällt mir auch, weil ich mir seit längerer Zeit die Frage stelle „Bin ich eigentlich wirklich religiös und wenn ja warum?“ Ich finde der Schlusssatz schlägt einfach alle Zweifel in den Wind und das ist gut so.

      🙂

      • Blöd, ich mag Zweifel. 😉 Dennoch eröffnetd er Satz einen andere Dimension von „Glauben“ – den ich sonst auch gerne mit „Vertrauen“ übersetze.
        „Ich bin überzeugt“ heißt auch „Dahinter gibt es kein Zurück“ – und das hat auch etwas mit Mut zu tun.
        In der Zuspitzung will ich mir das merken und zitieren. 🙂

  3. Tja, mehr als 1.400 Jahhre Haß und Verleumdung müssen ja schließlich irgendwann einmal Wirkung zeigen … Und nimmt man dann noch jene Idioten hinzu, die Islam von innen heraus pervertieren …

    Buddhismus hat den „Vorteil“,daß er heutzutage nicht mehr als Religion empfunden wird und damit auch bar jeglicher Verpflichtungen; ein Konzept, das dem heutigen Zeitgeist gut entspricht. Leider.

    • Was genau meinst du mir „1.400 Jahre Hass und Verleumdung“? Ich stehe auf dem Schlauch.

      Der Zeitgeist scheint zu sein „Alles, was mit Verantwortung zu tun hat ist doof.“ und das spiegelt sich auch in der Gesellschaft wieder. Ich höre zB auch immer die Frage „Macht Jura dir Spaß?“

      Ob es nun Spaß macht oder nicht. Spielt das eine Rolle? Ist Jura darauf konzipiert, dass es Spaß macht? Studiere ich es, weil ich Spaß haben will?

      Manche Dinge machen einem nie Spaß, aber wenn man etwas unbedingt will, dann braucht das es auch gar nicht, dass es Spaß machen muss, damit es jemand will.

      Das ist meine kleine Lebensweisheit! 😉

        • Klingt fast so, als hätten sie permanent miteinander gezankt, seit es den Islam gibt. Das stimmt so ja gar nicht. 🙂

          • Quatsch. Der Größte Feind des Islam waren von Geburt an „Götzendiener“. Ein christlicher Priester, der Onkel der Frau unseres Propheten, war es sogar, der seiner Frau bestätigte, dass ihr Mann ein Prophet Gottes ist. Unser Prophet handelte mit Christen und war mit ihnen befreundet. In Medina durften Christen und Juden ihre Religion behalten. Wenn neue Städte erobert wurden, wurde nur das größte Gotteshaus zu einer Moschee umfunktioniert, alle anderen Kirchen und Synagogen durften bleiben. Unser Prophet heiratete selber eine Christin und bekam von ihr einen Sohn der in jungem alter starb. Muslime dürfen Anhänger einer monotheistischen Religion heiraten, auch wenn es keine Muslime sind. Nur „Ungläubige“ (=Menschen, die Gottes Existenz leugnen) dürfen sie nicht heiraten. Muslime und Christen haben sich eigentlich immer gut verstanden. Außer während den Kreuzzügen eigentlich und während dem Osmanischen Reich. Aber das waren ja beides Spezialfälle. 😉

          • Hmm …

            Es gab also niemals einen Johannes von Damaskus, einen Theophanus den Bekenner oder andere nette Mitmenschen wie beispielsweise Nicetas?

            Nur mal so als kleines Beispiel, natürlich.

          • Ich möchte hiermit offiziell bekunden, dass ich um dich werbe. Werde mein Kumpane und hilf mir die Welt zu verbessern! Dein Wissen gepaart mit meinem Zuckerguss-Charme. Keiner würde gegen uns ankommen!

          • Herzlichen Dank ersteinmal für diese unerwartete Ehre. Würdest Du das möglicherweise noch etwas präzisieren wollen, wie Du Dir das genau vorstellst usw. usf.? Bitte einfach eine E-Mail schicken. 🙂

          • Ich nähe gerade noch unsere Superheldenoutfits. Ich Prima Muslima und du Salva Venia – sie zogen geschwind durch Nacht und Wind 🙂

    • @Salva.
      Buddhismus ist insofern keine Religion, als es keinen Gott gibt.
      Wenn du mit „Verpflichtung“ meinst, dass Menschen Werte haben und danach leben, nur weil ein strafender Gott im Hintergrund steht, dann gibt es im Buddhismus keine Verpflichtung. Tatsächlich spielt in der buddhistischen Philosophie oder Religion, wie man es halt sehen möchte, die Eigenverantwortung eine große Rolle. Schön wär´s wenn das dem Zeitgeist entsprechen würde !!

        • Mein lieber Salva, ich würde ja gerne mit Ihnen über dieses und jenes diskutieren. Womöglich wären wir auch immer wieder mal über dieses und jenes einer Meinung 🙂
          Aber Ihre Äußerung, dass es wenn es im Buddhismus keinen Gott gibt, auch keinen Buddhismus braucht, finde ich merkwürdig, vor allem für jemanden, der doch sehr vehement für Toleranz und Respekt der muslimischen Welt gegenüber auftritt !

          • Anpöbeln klingt aber anders ! Man muss halt wenn schon, dann auch „Toleranz, Respekt und so“ auf alle ausdehnen. Schönes Restwochenende wünsche ich

          • Daß muß man selbstverständlich verallgemeinern auf alle Religionen; Buddhismus war da nur der Aufhänger. 🙂

            Soll heißen: Ohne Gott braucht es auch keine Religion oder sonstige Lehre.

            Und ich weiß nicht so genau, ob ich für Toleranz und Respekt der zeitgenössischen islamischen Welt gegenüber eintrete. Ehrlich gesagt eher nicht! Denn was in der sogenannten islamischen Welt geschieht, das ist einfach nur noch gruselig. Noch weiter weg von Religion als diese Menschen geht wohl kaum.

            Wofür ich das eine oder andere Mal durchaus vehement eintrete, ist die – meiner Meinung nach – überlegenere Philosophie im Islam sowie die im Islam angelegte Schönheit und Reinheit einer möglichen Religionsausübung. 🙂

          • Hm, das ist sehr interessant ! Habe ich da irgendetwas falsch verstanden oder interpretiert oder meinen Sie, dass ohne Glauben an einen Gott eine philosophische Doktrin oder eine Morallehre unnötig bzw unmöglich sind ?

          • Deiner hier geäußerten Ansicht möchte ich ausdrücklich widersprechen. Was bringt dich dazu, anzunehmen, dass es ohne Gott keinen Glauben, und ohne Glauben keine Moral gäbe?
            Zu allen Zeiten und in allen Kulturen gab es Philosophen, welche ihre Philosophie (implizit oder explizit) auf die nicht-Existenz eines Gottes aufgebaut haben und dennoch einen moralischen Verhaltenskodex entwickelt haben. Als ein Beispiel fällt mir da spontan Kong Fu Zi (Konfuzius) ein. Darüber hinaus basieren auch Weltanschauungen wie der Atheismus, welche die Existenz eines Gottes negieren, auf dem Glauben, dass es so sei.
            Deine Aussage würde ja in letzter Konsequenz bedeuten, dass die Menschen sich nur moralisch verhalten, wenn sie sich vor der Rache Gottes fürchten. Dies mag zwar für einige Individuen zutreffen, aber als allgemeine Regel sehe ich das nicht. Die meisten Menschen verhalten sich moralisch, weil sie es richtig und gut finden, sich so zu verhalten, und nicht nur weil sie Angst vor Vergeltung haben. Das eigene Gewissen kann auch ohne Gott ein mächtiger Führer sein.
            Was den Buddhismus angeht, möchte ich zu bedenken geben, dass er zwar kein höheres Wesen postuliert, sehr wohl aber auf dem Glauben an den Kreislauf der Wiedergeburt und der Verheißung des Nirwana gründet.

          • @hataibu. Ja, das ist auch meine Meinung.

            Ich finde es ziemlich vermessen zu behaupten, dass es Wertvorstellungen und Moral nur bei Menschen gibt, die an einen Gott glauben !! Ein schneller Rundblick in der Welt zeigt ja sofort, dass dem nicht so ist.

            Ich kann nicht sehen weshalb Menschen, die nicht an einen (strafenden und rächenden) Gott glauben deswegen schlechtere Menschen sein sollen. Und auch nicht, dass der Glaube an Gott bzw an verschiedene Götter, so besonders günstige Ergebnisse im Bereich des Friedens und der Verständigung bringen würde.

            Was den Buddhismus betrifft, so habe ich ja nur geschrieben, dass es keinen Gott gibt und möchte hinzufügen, dass es aber sehr viel Selbstverantwortung gibt. Selbstverantwortung ist keineswegs dasselbe wie Beliebigkeit !

          • Bei allem Respekt, aber da gibt es, glaube ich, wenig zu widersprechen. Auf Ihren Vortrag antworte ich daher ganz kurz nur wie folgt.

            Was bringt mich zu meiner Annahme? Ganz einfach, erst gab es Gott, dann seine Leitung für das Geschaffene, also das, was der Mensch u.a. als Religion kennt, und dann hat sich irgendwann einmal die erste (sogenannte) philosophische Fragestellung seitens derjenigen gegeben, die irgendwie vergessen hatten, daß sie von Gott abstammen. Der Unterschied zwischen dem Philosophen und dem Gottgläubigen ist der, daß der (aufrichtige) Philosoph zu dem Schluß kommt, das so etwas wie Gott existieren müßte, wohingegen der Gottgläubige darum weiß.

            Atheisten glauben durchaus an Gott. Sonst könnten Sie Ihre Weltanschauung weder definieren noch predigen.

            Konfuzius und auch Buddha, wie so viele andere, waren Gesandte Gottes, Propheten, beauftragt, den Eingottglauben unter den Menschen hochzuhalten. Daß das der heutigen Welt nicht mehr gegenwärtig ist, ist äußerst bedauerlich, ändert indes nicht an den Gegebenheiten.

            Die Schlußfolgerung, daß Gottesglaube allein durch Rache existiere, zeugt m.E. von spiritueller Unkenntnis.

            Und auch das eigene Gewissen ist ohne göttliche Anleitung nichts.

            Bei Interesse können Sie gerne mal durch meinen Blog stöbern; zu den vorgenannten Thematiken anbei eine kleine, indes eher unvollständige Liste:

            http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/08/13/christenwort-3-gegen-die-vergottlichung-jesu/comment-page-1/#comment-1343
            http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/03/28/nirwana-oder-kein-nirwana-das-ist-hier-die-frage-oder-eskapismus-im-zeitgenossischen-buddhismus/
            http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/10/09/vom-wesen-wahrhaftiger-erlosung-teil-1/
            http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/10/11/vom-wesen-wahrhaftiger-erlosung-teil-2/
            http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/01/15/gedanken-zur-unbegrifflichkeit-heute-theologie-und-islamwissenschaft/comment-page-1/#comment-1765

            Herzliche Grüße,
            Der Salva

  4. Wenn ich mich in meinem Freundes und Bekanntenkreis umschaue, habe ich den Eindruck, dass Religion bei den Meisten generell als „uncool“ gilt, sei es nun Judentum, Islam, Christentum oder andere Glaubensrichtungen.

    Ich habe aber auch den Eindruck, dass den Islam bzw. Muslime dieses Unverständnis leider noch mehr trifft als andere Religionen, zu einem wesentlichen Teil sicherlich auch verschuldet durch die momentane Art der medialen Berichterstattung zum Thema.

    • Zum Glück sind Religionen auch weder darauf konzipiert cool zu noch, noch davon abhängig, cool gefunden zu werden. Ich finde Religiosität sehr interessant. 🙂

  5. Religion könnte als Anweisung zum Schwimmen im Meer der Welten gesehen werden.
    In diesem Sinne spielt es keine große Rolle WIE jeder einzelne schwimmt, solange er/sie über Wasser bleibt.

    • Ich verstehe manchmal den Kern deiner Aussagen nicht. Jetzt zB. Was meinst du mit „egal, wie man schwimmt“? Keine Religion ist dazu da, dass dein Diesseits toll wird und es gibt auch keine Religion, die sagt „Es ist egal, was du glaubst“. -.-‚

  6. Mit „egal“ meine ich, dass das Äußere weniger eine Rolle spielt, dh man daraus nicht schließen kann wie gläubig die Person ist, als vielmehr das Innere, die Absichtserklärung!
    Über Wasser zu bleiben bedeutet gläubig zu sein, so dass der Allmächtige mit uns zufrieden ist.

    • Ich fasse meine Religion tatsächlich anders auf als du, aber das ist ja auch das interessante. So bleibt Religiosität kein pauschaler Begriff.

      Für mich ist Religion nicht Mittel zum Zweck. Ich weiß, dass ich auch ohne Religion super klar kommen würde. Ich habe alles, was ich brauche und was ich nicht habe, kann ich bekommen.

      Die Sonne scheint auch über den Ungläubigen und dein „risk“ ist nicht abhängig von deinem Handeln und Glauben.

      Ich bin religiös, weil ich die Erkenntnis gefunden habe und nicht mehr leugnen kann. Sonst wäre ich töricht und blind. „Hierin sind wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt!“ steht im Koran und ich denke, also glaube ich.

      Es mag primitiv klingen, aber Religion ist auch unkompliziert. Ich glaube, weil ich Allahs Größe achte und mich vor seinem Zorn hüten will.

      Allah möge den guten Menschen einen klaren Verstand Rechtleitung schenken und den schlechten Menschen unsere schöne Religion verwehren. Amin

  7. Ich finde allerdings, dass meine Religion gerade dafür sorgt, dass mein Diesseits „toll“ wird. Sie ist meine Basis.

  8. In diesem Zusammenhang würde ich gerne auf einen Beitrag in meinem Blog hinweisen, in dem ich genau über dieses Thema reflektiert habe:
    http://hataibu.wordpress.com/2014/08/20/iraq-allah-and-the-goddess

    Für keine Religion ist es egal was du glaubst (oder nicht glaubst). Das ist das Wesen von Religion. Aber es ist eigentlich egal, welcher Religion du angehörst, sofern du dich selbst aus freien Stücken dafür entschieden hast.
    Im Übrigen gibt es auch Religionen, welche sich ausdrücklich dem Diesseits verschrieben haben, ja sogar die Existenz eines Jenseits negieren (der Atheismus z.B.), also kann das allein kein Kriterium sein. Das Glauben allein ist es, was zählt. Und das tut jeder (auch der Atheist glaubt, nämlich dass es keinen Gott o.ä. gibt).

  9. Ich bin mir gerade unsicher, wie du das meinst und dachte mir, ich frage einfach mal nach – was meinst du damit, dass Religionen nicht dazu da sind, dass es im Diesseits toll wird?
    Toll im Sinn von Spaßgesellschaft?
    Ich empfinde es so, dass mein Glauben mein Leben hier auf dieser Welt schon zu etwas Schönerem („Tollerem“ ;-)) macht – er gibt mir Hoffnung, mehr innere Gelassenheit und anderes Wertvolles.

    • Ich meine damit, dass zB der Islam nicht dazu konzipiert ist, besonders viel Spaß zu haben und zu tun und zu lassen worauf mal Lust hat.

      Wenn ich ehrlich bin würde es mir schon mehr „Spaß machen“ kein Kopftuch zu tragen, weil Kopftuch tragen kein zuckerschlecken ist. Manchmal habe ich keine Lust aufzustehen und einen Gebetsraum zu suchen, wenn ich unterwegs bin und eigentlich lieber einen Kaffee trinken gehen würde. Und ich finde das Torten mit Gelatine und Alkohol lecker aussehen. Außerdem denke ich, wenn ich keine Muslima wäre, wäre ich ganz sicher eine Partymaus. Außerdem hätte ich manchmal auch gerne die Freiheit mich einfach zu berauschen. Aber das alles ist eben nicht so, weil mir der Islam sehr, sehr viel Wert ist und man gerne bereit ist Kompromisse für etwas einzugehen, das man wirklich aufrichtig liebt.

      Klar hilft meine Religion mir auch erfüllt und glücklich im Diesseits zu sein, aber wenn ich ehrlich bin würde sie mir selten fehlen, wenn ich sie nicht kennen würde. Wäre ich plötzlich hässlich oder hätte plötzlich keine Freunde mehr oder kein Geld oder wäre ich alt oder krank, würde mir vielleicht etwas fehlen. Aber auch nur vielleicht.

      Für mich persönlich ist der Islam nicht dafür da ein „tolles Leben“ zu haben. Ich kann auch mit dem Islam ein tolles Leben haben, aber für mich fühlt sich das eher an wie „sich für etwas aufopfern und die Früchte dieser Hingabe im Jenseits ernten“.

      Das klingt vielleicht komisch für dich und ist auch leicht falsch zu verstehen. Denn viele religiöse Dinge machen mir auch Spaß und haben Vorteile, die ich schätze. Ich lasse auch bislang nicht alles mit mir machen, weil meine Religion das sagt. Aber das ist eben die Grundhaltung, die ich habe. So will ich es haben.

      • Sehr aufrichtig geschrieben. Ich denke, dass es nachvollziehbar ist was Du sagst.
        Alles ist relativ. Präferenzen sind bei jedem Menschen anders und ändern sich stetig durch neue Erkenntnisse und Gegebenheiten.
        Das ist die Vielfalt, die der Allmächtige erschaffen hat.
        Man könnte hierzu viel schreiben…man muss es aber nicht.

      • Danke für deine Mühe, das war sehr ausführlich und persönlich und ich verstehe jetzt besser, wie du den Satz meintest 🙂

        Die religiösen Pflichten im Islam, von denen du sprichst, sind u.a. das, was mich an dieser Religion so besonders fasziniert, aber in manchen Momenten eben auch einen Fremdheitseffekt erzeugt.

        Ich bewundere die Hingabe gegenüber ihrer Religion, die ich Z.B. bei einer lieben muslimischen Freundin und meinem Mann im Alttag mitbekomme oder aus deinem Text herauslese, den Willen auf auf so Manches zu verzichten, den sie aufzubringen und die Kraft und Geborgenheit, die beide ihren Worten nach aus ihrer Religion ziehen.

        Fremd wirkt auf mich manchmal die Detailiertheit von religiösen Regeln für das Alltagsleben, was ich so aus meiner größtenteils sakulären Familie nicht kenne.

        Ich finde es sehr spannend und lehrreich, das unterschiedliche religiöse Selbstverständnis der Menschen in meinem Umfeld besser kennenzulernen und so verschiedenen Sichtweisen auf religiöse Schriften, gebote etc. zu erfahren.

        Viele liebe Grüße

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