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Zeit der Besinnung

Preisfrage:

1.) Welche Partei muss ich wählen, um nicht vom internationalen Islam regiert zu werden?

2.) Wohin führt irrationale hetzerische Angstmache?

3.) Wer sind die Deutschen?

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Deutschlands Geschichte ist viel älter als hundert Jahre.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches schaffte der fränkische König Clodwig ein ethnisch gemischtes Großreich mit römischer Verwaltungsfunktion. Durch seine Taufe im Jahr 498 vom arianischen in den katholischen Glauben, wurden Germanen, Kelten, Römer, alle katholisch.

Die „Teutsch Nacion“ aus Christentum, römischem Erbe und heidnischen Wurzeln zeigte, wie das Bewusstsein der Zugehörigkeit einer Volksgruppe in Abgrenzung zu anderen wächst. Durch das Wormser Konkordat wurde die Einheitlichkeit trotz pluralistischer Organisationsform mit dem Religionsbezug untermauert und es wurde erstmals ein Staat gegründet: Das Heilige römische Reich deutscher Nation.

Die Einheit im Denken und die Vielheit im Herrschen entwickelte sich in der Deutschen Geschichte zu einer Vielzahl im Denken und der Einzahl im Herrschen.

Deutschland ist aus vielen Fürstentümern und Kleinstaaten entstanden und ist mit seinen Bundesländern auch heute noch ein föderalistischer Staat. Selbstständige Staaten in gleichem Rang nebeneinander mit einer horizontalen Rechtsbeziehung zueinander kennzeichnen dieses Zusammenspiel. Die Nichteinheitlichkeit selbst, gehört zur deutschen Geschichte, zum Wesen Deutschlands.

Dieses Land sollte auch im Denken, im Glauben, im Meinen und im Leben vielfältig bleiben.

Sonst können wir die Bundesländer abschaffen und einen Zentralstaat gründen. Die Verfassung abschaffen und die Gleichschaltung zurückholen. Uns einen gemeinsamen Feind suchen und nicht stark im Gerechtigkeitsdenken sein, sondern stark in der Ausgrenzung werden.

Vielleicht bin ich dieser Feind.

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Taten zählen mehr als Worte

Im letzten Jahr habe ich alles bekommen, was ich wollte und was ich mir immer gewünscht habe. Aber auf der anderen Seite habe ich noch mehr verloren.

Doch das Leben ist nicht vorbei und unsere Seelen sind alle noch so jung, wenn man bedenkt, dass sie in der Ewigkeit weilen werden.

Noah, das ist dieser Prophet mit den Tieren und der Arche und der Sintflut. Er wurde fast 1000 Jahre alt, der älteste Mensch, der je auf dieser Erde gelebt hat. Er soll gesagt haben, dass unsere Seelen in einer Zeit vor dieser Welt geschaffen wurden und wenn wir geboren werden und sterben, sei es so, als wären wir nur durch einen Raum gegangen. Durch die eine Tür hinein und durch die andere wieder hinaus, wo unsere Seelen wieder frei sind von unseren Körpern. So wenig ist das Leben, ein Trugbild vielleicht, ein Schleier, der unsere Sinne trübt, uns festhält und wir machen so viel daraus. Eine Hymne. Ein Drama. Eine Tragödie.

Jedes Leben birgt Tragödien, Verwirrung, Frust, Angst und Schmerz, damit wir kämpfen und das Leben spüren und nie vergessen, dass es mehr gibt, als das, was wir sehen!

Mein Leben liegt noch vor mir und ich habe Pläne. Große Pläne. Ich will den perfekten Partner finden. Ich will Menschen berühren. Ich will etwas in dieser Welt bewegen und ich will glauben, dass nichts auf der Welt mir etwas anhaben kann. Manchmal habe ich sogar wirklich das Gefühl, ich sei unbesiegbar.

Es ist nicht immer einfach und vieles fühlt sich falsch an. Irgendwann hört man auch auf, zu erwarten, dass der Druck nachlässt oder man erinnert sich überhaupt nicht mehr, wer man ist und erst ganz am Ende merkt man, dass die Pläne, die man geschmiedet hat einfach nur Pläne waren. Aber wenn man zurückblickt, möchte man sein bestes gegeben haben. Man will strahlen, wie ein Stern in der Dunkelheit einer ungewissen Unendlichkeit..

Ich will meinem Leben Bedeutung geben, indem ich liebe und mich gut fühle und dann lache und verdammt glücklich bin. Jetzt! Ah, ich wollte auch weniger labern und mehr machen, denn es heißt doch „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ (1. Johannes 2,1-6).

Mervy Kay

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FAITH over FEAR

Was ist hier los? Ist es nicht zu früh, um zurück zu blicken? Von „alten Zeiten“ zu reden und Erinnerungen in Rückblenden zu sehen? Das erste Klassentreffen wird geplant! Warum macht mich das so nervös?

Dieses Treffen wird mehr als nur ein Wiedersehen. Zum ersten Mal wird unsere Vergangenheit unserer Zukunft begegnen. Ich fühle mich in meine Schulzeit zurückversetzt. Mir fiel es damals sehr schwer, eine Rolle zu finden und mich in die Gesellschaft „Schule“ einzuordnen. Bevor ich diesen Ort verließ, sagte mir ein Mitschüler etwas, das ich es erst jetzt verstehe:

„Dir kommen die anderen merkwürdig vor, weil Du anders bist, Mervy Kay. Aber Du bist auch nicht merkwürdig, nur gewöhnungsbedürftig und wir haben uns an Dich gewöhnt!“

Das war kein gescheiterter Versuch, mir ein Kompliment machen zu wollen. Es ist ein Gleichnis für ein Thema, eine Frage, ein Problem, das mich immer schon beschäftigt hat: Die Rolle der Muslime in Deutschland!

Was jeder weiß: Wir sind einfach nur anders, nicht merkwürdig. „Anders“ zu sein, ist überhaupt nicht schlimm. Das Problem ist, durch sein Anders-Sein benachteiligt zu werden. Und das will keiner!

#SchauHin war echt klasse und hat viel Aufmerksamkeit mobilisiert. Kein Grund, sich rein zu steigern. So ein Opfer-Getue tut einem auf Dauer selbst nicht gut. Vergessen wir also mal das Anders-Sein, den Alltagsrassismus und die Auswanderungspläne: Wir sind hier, gewöhnt euch dran (Das ist übrigens an Deutschland  u n d  die Muslime gerichtet, falls das nicht klar sein sollte).

Die Erinnerung schwärzt die kleinen Dinge. Versucht trotzdem zurück zu denken. Kommen euch die Differenzen aus der Schulzeit nicht lächerlich vor? Erst wenn man die Schule verlässt, wird einem bewusst, wie kleingeistig unsere Lebensvorstellungen damals waren. In Zukunft ist heute die Vergangenheit, an die wir zurückdenken werden.

Ich werde niemals den Islam repräsentieren oder für alle Muslime beantworten können, warum ich Kopftuch trage, bete und warum ich glaube! Die Person, die euch das Gefühl gibt, hier nicht willkommen zu sein, kann auch nicht Deutschland repräsentieren. Das kann keiner, selbst wenn diese Person Merkel ist oder der Präsident. Es gibt nicht nur eine Realität. Es gibt nicht nur die Muslime und es gibt nicht nur die Deutschen.

Ich weiß nicht, ob ich inzwischen vernünftiger oder bekloppter geworden bin. Nur habe ich mich nie mehr als Deutsche  u n d  als Muslima gefühlt als jetzt, wo ich diese Winzigkeit verstanden habe.

Kein Mensch verdient es in ein Raster zu fallen und kein Mensch passt in eine Schublade! Ich bin dafür, dass wir unsere Kommoden jetzt sprengen und anfangen an mehr zu glauben.

Ein paar Monate sind es noch bis zum Klassentreffen. Mal sehen, wer wir bis dahin geworden sind!

Mervy Kay

P.S.: Dies sollte bitte nicht als Aufruf verstanden werden, sich schützend vor eine exotische Minderheit zu stellen. Es geht darum, endlich gleichberechtigt ernst genommen zu werden. Insch’ALLAH bald!