Artikel
31 Kommentare

Oxymoron

Während die halbe westliche Welt über die Verschleierung der muslimischen Frau diskutiert, saß ich gestern in einem überfüllten Zug mit kaputter Klimaanlage.

Und wie das Schicksal so will, war ich als muslimische Frau zwischen Managern und Geschäftsmännern in verschwitzten Anzügen, Bundeswehrsoldaten in Springerstiefeln und langen, dicken Uniformen und einer großen jüdisch-orthodoxen Familie mit langen, dicken, schwarzen Anzügen und Kippa plus Zylinder bei den Männern, sowie weite Überwürfe, Hüte und Kopftücher bei den jüdischen Frauen, diejenige, die mit einer weiten Leinenhose und einer leichten Tunika und einem einfachen Tuch, am wenigsten an der Hitze gelitten hat.

Und doch stehe weiterhin ich allein im Fokus der Diskussionen meiner dämonisierten und aufgezwungenen Verschleierung.

Cqt00spWYAAEDUc

31 Kommentare

  1. Jetzt muss ich ein bissl boshaft sein: das Oxymoron dazu ist „luftige Verschleierung“ 🙂 Aber im Ernst, der Streit geht ja nicht um Kopftücher sondern um Verschleierung, das ist doch eine andere Dimension.

    Antworten

    • Ist es nicht. Es geht um das Kopftuch und um den Islam – das ganze drum herum ist nur eine Stellvertreter-Debatte. 1. ist ein Kopftuch auch eine Form der Verschleierung und 2. gibt es in Deutschland gar nicht genug „Burka-Trägerinnen“, wenn du das meinst, dass es sich lohnen würde darüber zu diskutieren.

      Antworten

      • Ich finde, wir im Westen müssen den Muslimen ihre 5 Säulen des Islam zugestehen.

        http://www.islamisches-zentrum-muenchen.de/html/islam_-_die_5_saeulen.html

        Da steht nichts über Burkas, Kopftücher oder islamische Verbände, die Politik machen wollen. Darüber hinaus sollten wir dem Islam gegenüber keine Zugeständnise machen. Die 5 Säulen sind ja die Grundsätze des Islam und das sollte einem Muslim ausreichen, um hier seine religion im PRIVATEN! für sich zu praktizieren.

        Antworten

      • Doch, doch es macht schon einen Unterschied.Ein Kopftuch oder lange schwarze Kleidung bei 35 Grad wird von der westlichen Welt zwar als mittelalterlich betrachtet, ist aber doch Privatangelegenheit.Ebenso finde ich , dass der Burkini im Westen zwar ziemlich absurd erscheint, aber doch niemandem schadet (außer vielleicht der Trägerin, aber das ist ja ihre Angelegenheit) Eine Frau deren Gesicht man nicht sehen kann, weil sie in welcher Art auch immr verhüllt ist, ist aber nicht akzeptabel, weil ihre Identität nicht festgestellt werden kann. Es beginnt in der Schule (wer ist die schwarze Säule, die zur Prüfung angetreten ist ? ) und zieht sich durch das gesamte Leben. Eine Person, die aus welchen Gründen auch immer voll verschleiert ist, kann am Leben in einem nicht-islamischen Staat nicht teilnehmen. Das ist eigentlich ziemlich einfach. Wer nicht akzeptieren kann, dass im Westen Religion Privatangelegenheit ist, kann hier auch nicht leben.Man kann nicht Tleranz und Anpassung nur von einer Seite erwarten.

        Antworten

  2. Es geht in der Diskussion auch nicht darum, ob du und deinesgleichen schwitzen, sondern darum, dass sich weite Teile der Bevölkerung von Kulturfremden überrannt sehen.

    Antworten

    • Wird eine Stadt mit 10000 Einwohner überrannt, wenn 10 verschleierte Frauen in den Stassen spazieren? Da werden irreale Ängste durch rechte Politiker geweckt.
      Wollen SIE sich bestimmte Kleider vorschreiben lassen?

      Antworten

      • Es geht nicht um die Quantität, sondern um die Qualität der Bedrohung. Gläubige Muslime, die fälschlicherweise als „Islamisten“ bezeichnet werden, testen permanent ihre Grenzen. Sie testen, wieweit sie mit ihre Ideologie auf Kosten unsere Freiheiten gehen können. Erst klagt eine Islamistin mit massive Unterstützung der Muslimverbände, um als Lehrerin auf leicht beeinflussbare Kinder losgelassen zu werden, und einige Jahre später klagt eine Burka- tragende Schülerin.

        Kurz gesagt: Gibt man dem Islam den kleinen Finger, ist iegendwann Mal die ganze Hand ab.

        Irgendwann muss man die rote Linie ziehen und sagen „Bis hier und nicht weiter“.

        Wir brauchen in D und Europe weniger Einfluss des Islam statt immer mehr. Leider merken das unsere Politiker nicht, sodass wir uns auf dem besten Wege zu französische oder belgische Verhältnise befinden.

        Antworten

  3. Die Widersprüche sind zahlreich in den aktuellen „Debatten“: Muslimische Frauen werden unterdrückt durch die Verschleierung, heißt es, somit regeln wir per Gesetz, dass sie am besten gar nicht mehr auf die Straße gehen, weil ihre Kleidung verboten wird.
    Ja, man will die freie und unabhängige Frau, deswegen wählt man dann auch am beten gleich AfD, denn die stehen ja für…oh, ähm…also die starke Mutter, also die sich einzig und allein um die Familie kümmert, denn es gibt keine Alternative zu diesem Stil.
    Wir wollen die Verschleierung nicht, das schränkt die Freiheit der Frauen ein. Wir zwängen also einfach die Freiheit in ein immer engeres Korsett aus Gesetzen, damit man uns die nicht wegnehmen kann, bis… ja bis der Begriff eine leere Worthülse geworden ist.
    Wir sollten uns eh alle bewaffnen dürfen, damit wir uns jederzeit schützen können, so wie in den USA, also einem Land, in dem jährlich mehr Menschen durch versehentlich getätigte Schüsse sterben, als durch Terrorakte.

    Die Gesellschaft ist offensichtlich mächtig ambivalent. Schlussendlich kommen wir wieder zu uns selbst. Jeder für sich ist voll von diesen Widersprüchen. Für mich als Person ist das schwierig aber gerechtfertigt, denn es gibt keine einfachen Lösungen für die Aufgaben des Lebens.
    Die Institutionen sollten sich der Widersprüche bewusst sein und bei Gesetzesvorhaben und -umsetzungen wieder die nötige Ruhe und Distanz walten lassen.

    Antworten

    • Trotz allem bin ich froh darüber, dass ich in Deutschland lebe und nirgendwo anders auf der Welt. Um genau zu sein, bin ich immer „froher“ darüber, wenn ich beobachte, was in anderen Ländern los ist – ganz gleich aus welchem Blickwinkel man es betrachtet.

      Antworten

  4. Irgendwie verrückt. Wir sind so stolz auf unsere Freiheiten.Aber wehe frau benuttz ihre Freiheit dazu, sich ein Tuch auf den Kopf zu setzen. Und das ncoh aus religiösen Gründen.Du könntest Krebs haben, Haarausfall oder einfach einen komischen Modegeschmack. Das wäre alles ok.
    Was mir wirklich Angst macht, ist die offene Feindseligkeit, die seit einiger Zeit zutage kommt. Früher hatten wir Rassediskussionen, natürlich sind wir aufgeklärte Menschen, wir wissen, dass es keine Menschenrassen gibt. Wohl aber kulturen und „Kulturfremde“ damit klingen wir modern sagen aber genau dasselbe wie vo 100 Jahren. und vor 70 Jahren. Und weißt du was: Ich glaube diese Menschen sollten sich schon mal die Ausreden überlegen für das „Das habe ich nciht gewusst“Geschrei danach. Denn angefangen aht es nicht mit Konzentrationslagern sonder mit öffentlicher und wissenschaftlich fundierter Diffamierung.

    Antworten

    • Genauso wie du sehe ich das auch Eisabeth. Ich habe aber das Gefühl, dass auch Menschen, die sich aus anderen Gründen, außer wegen Religion, sich das wegen der Gesellschaft nicht trauen. Wir leben in einer Gesellschaft der Ausgrenzung. Jemand der seinen Körper nicht offen zeigen will, weil er übergewichtig ist und bedeckt ins Schwimmbad gehen wollen würde, kann sich ja quasi auch nicht bedecken. Und auf der anderen Seite haben viele auch kein Problem damit Übergewichtige zu beleidigen, wenn sie ihren Körper offen zeigen. Diskriminierung ist in Deutschland sehr stark gegen Muslime gerichtet leider, aber eben nicht nur. Es werden fast alle Gruppen von Menschen diskrininiert, die außerhalb der Norm sind und genau das ist ja auch so erschreckend. Damals ging der Hass auch nicht nur gegen Juden, sondern eben auch gegen Behinderte und Andersdenkende.

      Ich würde das Dritte Reich niemals eins zu eins mit dem Status Quo vergleichen, aber die Strukturen sind gleich und aus denen müssen wir raus!

      Antworten

  5. Ich finde, es geht darum nicht zu sehen was man selbst so vertritt. Freud nannte das Verdrängung des eigenen Mistes und projezieren desselben auf andere. Wie verlogen ist unsere „westliche“ Sozialisation hinsichtlich der Sexualttät? Den die Bekleidung, das nackt Sein hat eindeutig etwas mit Sexualität zu tun. Und zwar mit der Sexualität des Mannes. Bei westlichen Frauen wird von klein auf den Begriff Freiheit mit luftiger Kleidung verbunden. Was ist dann der Mann mit Anzug und Krawatte aber einem vielfachen an Bewegungs,- Entscheidungs.-und finanzieller Freiheit? Wenn halb nackt mit die Füße und das Rückrad verkrüppelten Schuhen rumlaufen frei sein bedeutet kann ich daraus schließen, dass ich noch freier bin wenn ich mit 20 Jahren nackt bis auf meine Schuhe in der Fußgängerzone einkaufen gehe. Weit würde ich nicht kommen. Und wenn ich Glück hätte würde ich nicht vergewaltigt sondern nur angetatscht werden. Was bedeutet also frei sein? Muslimische Männer sind kein bißchen anders sozialisiert als europäische. Die Frau ist eine Ware weil ihr Körper, ohne den sie nicht wäre, als Ware behandelt wird. Wer ihr vorschreibt wie sie gekleidet, mit wem sie Sex zu haben hat, trennt ihren Körper von der Person und macht ihn öffentlich für den Vorschreibenden verfügbar. Frei ist sie nicht, so nicht und so nicht. Ich ziehe es vor bedeckt herum zu laufen und ich ziehe es vor mir das von keinem Mann vorschreiben zu lassen!

    Antworten

    • Ich finde es kritisch Kleidung mit Sex in Verbindung zu bringen. Das führt dazu, dass man Frauen, die sich bedecken für asexuell hält und Frauen, die sich nicht so sehr bedecken für promiskuitiv.

      Jede Frau ist in ihrer Sexualität individuell und das unabhängig von ihrer Kleidung. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Nur für manche Männer scheint da ein Zusammenhang zu bestehen – wie du das ja auch geschildert hast – und davon müssen wir wegkommen.

      Antworten

      • Stimmt, da gehe ich mit, Kleidung an sich hat nichts mit Sexualität zu tun. High Heels oder früher eingebundene Füße meiner Meinung nach schon.Ebenso alle überteuerte unbequeme Bekleidung, da der Mensch eigentlich ein Wesen ist welches dahin strebt sich gut zu fühlen. Ich denke nicht ein bekleideter Mensch ist asexuell, schließlich sind Männer deutlich mehr bekleidet als Frauen, zumindest bei uns, und haben wahrscheinlich meistens eine Sexualität. Aber die Frauen sind nicht deshalb weniger bekleidet weil sie weniger schwitzen, Im Gegenteil, die Masse/Oberflächenverhältnisse erzeugen eher die Tendenz, dass Frauen schneller frieren als Männer. Was glaubst Du wieso dann, auch im Winter, viele Frauen mit kurzen Röcken, dünnen Schuhen und auf Partys mit viel sichtbarer Haut herumlaufen während die Männer mit Hose, Unterhemd, langem Hemd und Sakko daneben stehen? Das Frau sein, als Geschlechtsmerkmal, hat eine bestimmte Kleiderordnung in bestimmten Gruppierungen. Damit ist Bekleidung meiner Überzeugung nach auch sexuell.

        Antworten

    • „Muslimische Männer sind kein bißchen anders sozialisiert als europäische.“ Auf welchen Kenntnissen von der Sozialisierung muslimischer Männer beruht diese haarsträubende Aussage ?

      Antworten

      • Was genau nennst Du haarsträubend und warum sträuben sich deine Haare? Was ist für Dich Sozialisation im christlichen Europa und was im muslischem?
        Zu den Kenntnissen: Wahre kenntnisse hat niemand da wir immer nur einen Teil des Ganzen sehen und daher jede Aussage die sich ausserhalb der Mathematik bewegt immer auch Meinung ist.
        Zu meinen Kenntnissen:
        Ich habe längere Zeit in muslimischen Ländern gewohnt und war darüber hinaus 7Jahre mit einem muslimischen, sehr netten und klugem Mann verheiratet.
        Zu meiner Sicht der allgemeinen männlichen Sozialisation:
        Kleine Jungs wachsen deutlich mehr als Mädchen in Hierachien auf und werden nach ihrem Status innerhalb der Hierachie gewertet. Ihr Ansehen hängt davon ab. Das bedeutet sich möglichst keine Blöße zu geben und immer jemanden zu haben der in der Rangordnung unter ihnen steht was zu einem enormen Druck spätestens in der Pubertät führt, der, wenn es nicht gut läuft, mit Angst vor Statusverlust einher geht. Zum „Glück“ hat aber jeder noch ein Mitglied der menschlichen Rasse unter sich in der Rangordnung: die Frau. Wenn Du nicht wahrnimmst, dass Reklame die mit nacktem, immer noch zu 90% weiblichem)Fleisch Dinge verkauft werden (Psychologie: der weibliche Körper und das Versprechen von Sex wird mit Dingen die man kaufen kann verknüpft, unser Hirn arbeitet so), die Frau immer noch nicht gleichen Lohn bekommt und fast jede Frau schon mal Sexismus, in Form von Sprüchen, Belästigung, Abwertung ihrer Leistungsfähigkeit und so weiter erlebt hat, so heisst das nicht, dass es das nicht gibt. Das christliche und muslimische Bild der frau ist für mich die gleiche Münze mit zwei Seiten. Die Wahrnehmung und Bewertung der Frau durch den Mann bei Christen und Muslimen nicht so different ist. Ob man die Frau verhüllt und als Privateigentum ansieht, sie als weniger wert ansieht, sie auf ihr Äusseres reduziert in dem man das als ihr „Kapital“ bezeichnet, der christliche Mann weiter vom Serail und dem Harem träumt in dem er Pascha ist ( Bordellnamen) zeigt mir das die Realität in den Köpfen und die „Emanzipation“ deutlich auseinander streben. Davon abgesehen: ich habe schon viele deutsche christliche und muslische Männer in meinem langen leben kennen gelernt. Es gibt bei deiden solche und solche. Das hat eben etwas mit Sozialisation und Erziehung zu tun, nicht mit Religion. Du kannst das gerne weiter „haarsträubend“ nennen. ich nenne das meine persönliche Erfahrung und die Meinung die diese bei mir gebildet hat.

        Antworten

        • „Das christliche Europa“. Wenn ich das schon höre ! Wieviele praktizierende Christen gibt es denn in Europa ? Das ist doch eines der großen Missverständnisse zwischen Europa und der arabischen Welt: in Europa hat Religion nicht annähernd den gleichen Stellenwert.

          Antworten

      • Wüsste ich auch gern. So etwas wie Jemanden kennenlernen und sich zu einem Date zu verabreden, gibt es doch in der Ummah nicht. Da wimmelt es von sexuel frustrierte junge Männer, die irgendwann Mal ein Mädchen vorgesetzt bekommen, das entweder eine Verwandte ist, oder ihnen wildfremd ist.

        Die sexuelle Frustration der islamischen Jungs und die Erstickung der Freiheit der Mädchen im Namen einer zweifelhaften „Ehre“ sind eben Faktoren, die unsere Jugend unterscheiden.

        Antworten

  6. Die jüdische Familie sprengt sich eben nicht in die Luft oder fährt nicht mit einem LKW durch eine „ungläubige“ Menschenmenge und schreit dabei noch „Allahu Akbar“!

    Die Verschleierung ist ein Aushängeschild für den realen Islam, den wir in D nicht brauchen können. Sie steht für einen Islam, der Frauen als Menschen 2te Klasse ansieht, die man vor sich selber schützen muss, indem man sie verschleiert. Und sie stempelt alle Männer zu triebgesteuerte Tiere, die sich im öffentlichen Raum nicht beherrschen können. Vielleicht gilt das für die Flüchtlinge, die (nicht nur am Neujahr) triebgesteuert auf Frauen losgehen, aber für normal denkende Männer 8Deutsche, wie Migranten) ist es eine Beleidigung.

    Letzlich verlieren wir Freiheiten, wenn der Einfluss des Islam in D weiter steigt. Dieser Einfluss steigt eben auch dadurch, dass z.B. muslimische Verbände, die oftmals vom Ausland finanziert werden, hier bis zur letzten Instanz Prozesse führen, damit die Verschleierung mehr und mehr (auch im öffentlichen Dienst) erlaubt wird.

    Die menschenverachtende Sichtweise des Islam zum Thema Frauen habe ich neulich selber gesehen. Am Freibad vergnügte sich der muslimische Mann in kurze Hose im Wasser, während die Frau bei 35 Grad in einem schwarzen Gewand draussen sitzen musste und für die Verpflegung sorgen müsste.

    Wenn muslimische Männer sich verschleiern müssten oder Frauen auch im Islam als gleichwertige Wesen zu den Männern angesehen würden, dann könnten wir uns über alles unterhalten.

    Bis es soweit ist, bleibt jedoch der Islam eine aggressive Männerideologie, die im Steinzeit festsitzt, weil 50% (Männer) permanent damit beschäftigt sind, dem anderen 50% (Frauen) universelle Menschenrechte vorzuenthalten.

    Es ist mir übrigens ein Rätsel, wie Frauen sich für diese Ideologie begeistern können, die von Frauenfeindlichkeit geradezu strotzt und damit meine ich nicht Muhammad, der Frauen als nicht gleichwertig ansah, sondern auch den Quran und die Sharia- Gesetzgebung.

    Ein Ex- Muslim

    Antworten

    • Ich kann aus vielerlei Gründen auf diesen Kommentar nicht eingehen. Ich hoffe, dass das andere für mich tun.

      Antworten

      • Muss man darauf eingehen? Ich kann verstehen, dass man so etwas nicht unwidersprochen stehen lassen möchte. Aber diesem Beitrag mit einer auf den Inhalt eingehenden Erwiderung einen Wert zumessen, den er nicht hat? Ich hätte das Gefühl, mich dreckig zu machen, wenn ich auf diesen Beitrag eingehen würde.

        Michael

        Antworten

        • Man muss vielleicht nicht, aber man kann schon darauf eingehen:

          Ich möchte eigentlich nichts zum Nahostkonflikt sagen, da ich aus Unizeiten noch Freunde auf beiden Seiten habe (und mich also in jedem Fall ins Fettnäpfchen setzen würde.). Jedoch möchte ich daran erinnern, dass Jigal Amir, der den israelischen Premierminister Rabin ermordete, gerade als dieser sich sehr um Frieden bemühte, ein jüdischer Israeli war. Attentate sind nichts typisch Muslimisches, es gab und gibt sie zu allen Zeiten und in allen Farben.

          Zu implizieren, dass Flüchtlinge triebgesteuerter seien als „normale“ Menschen, zeugt von einem kaum durchdachten Menschenbild, das Menschen auf Grund äußerer Merkmale in bestimmte Kategorien einordnet. Ein solches Menschenbild kann nur auf Vorurteilen beruhen. Und Vorurteile mögen natürlich sein, aber sie sind leider auch ziemlich gedankenlos.

          Die Grenzen, die sich eine Gesellschaft selbst setzt, und damit eben die Gesetze, die sie sich gibt, fallen nicht vom Himmel. Sie werden innerhalb einer Gesellschaft ausgehandelt und die Legislative bringt sie in eine Form. Das bringt natürlich Konflikte mit sich. Gesetzgebung ist ein lebendiger Prozess. Wie viele Gesetze sind seit der Weimarer Republik geändert, abgeschafft oder ganz neu formuliert worden?

          Was die geschilderte Szene im Freibad betrifft: da wäre doch ein Burkini ein möglicher Kompromiss gewesen, oder? Übrigens verlangt der Islam, soweit ich mich erinnere, auch von Männern dezente Kleidung und ein respektvolles, zurückhaltendes Benehmen Frauen gegenüber. (Mervy, korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege.) Dass sich nicht alle Männer daran halten, liegt nicht am Islam. (Es halten sich auch nicht alle Christen an die Gebote, ich kannte evangelische Pfarrer, die die Ehe gebrohen haben.)

          Frauen begeistern sich für menschenfeindliche Ideologien genauso wie Männer. Die einen sind nicht gescheiter als die anderen, sagt die Lebenserfahrung. Übrigens nicht nur muslimische Frauen. Man braucht sich nur einmal in den Reihen der Pegida umzusehen, oder bei den fundamentalistischen Christen in den USA. Man darf sich auch da fragen, warum Frauen eine Ideologie vertreten, die ihnen nur Nachteile bringt.

          Erlaubt mir bitte ein persönliches Schlusswort: ob Kopftücher erlaubt sind oder verboten, könnte mir theoretisch egal sein, ich trage keins. Ich trage aber im Sommer Röcke, die bis an meine Knöchel reichen, und das nicht, weil ich hässliche Beine hätte. Ich bin ein Produkt meiner Sozialisation, und in meiner Familie ist es üblich, dass Frauen ihre Beine bedecken. In Frankreich wurde letztes Jahr eine muslimische Schülerin zeitweise vom Unterricht suspendiert, weil sie darauf bestand, knöchellange Röcke zu tragen. Da wurde mir klar, dass das Problem der Kleidungsvorschriften uns alle betrifft. Heute wollen manche den Musliminnen vorschreiben, was sie auf dem Kopf tragen, morgen ist es vielleicht das Tichel oder die Perücke der orthodoxen Jüdin, übermorgen sind es meine langen Röcke. Eine Gesellschaft zeigt mit dem Finger auf die, die anders sind und ihr Anderssein offen zeigen. Wollen wir das? Je porte ma jupe comme je veux, ich trage meinen Rock, wie ich will, minikurz oder bodenlang. So lange das der Fall ist, muss ich auch Mervy zugestehen, dass sie ihr Tuch trägt, wie sie will. Klügere Worte als ich schreibt dazu übrigens Solminore: https://askionkataskion.wordpress.com/2016/09/08/machen-sie-sich-bitte-mal-frei/

          Antworten

    • Nach meinem Studium (Philosophie, Physik, Mathematik) habe ich einige Zeit in einem kleinen Esoterik-Buchladen gearbeitet. Da nicht gerade viel los war, verbrachte ich diese oder jene halbe Stunde auch einmal mit Lesen. Man muss ja schließlich wissen, was man den neugierigen Kunden so alles anbieten kann.

      Erstaunlicherweise gibt es sehr viele Autorinnen und Autoren, die auf täglicher Basis mit „Gott“ (oder „der Göttin“) reden. Sehr beliebt sind auch „Engel“ als Gesprächspartner. Bis auf diese seltsamen Geschichten machen diese Autorinnen und Autoren allerdings einen relativ vernünftigen und rationalen Eindruck.

      Damals war ich noch Muslim, und ich bin es auch bis kurz nach dem 11. September 2001 geblieben. Denn wenn solche Autorinnen und Autoren mit Gott reden können, dann kann es der Prophet Muhammad natürlich auch. Und natürlich sind jene seltsamen Gespräche mit „Gott“ (aus muslimischer Sicht) entweder eingebildet oder erlogen.

      Zuletzt mit Gott bzw. mit einem Engel hat schließlich nur der Prophet gesprochen. Jedenfalls behauptet er das. Warum glauben wir eigentlich nicht auch, dass diese Gespräche Muhammads eingebildet und erlogen sind? Weil es vor ihm einige Propheten gegeben hat, denen ähnlicher Inhalt offenbart wurde. Und weil Muhammad ansonsten relativ vernünftig und rational gehandelt hat.

      Dies trifft allerdings auch auf die genannten esoterischen Autorinnen und Autoren zu. Und nicht nur auf diese. Im katholischen Glauben gibt es eine ganze Reihe von Marienerscheinungen. Die kann man als Humbug oder Illusion abtun. Das kann man aber auch im Fall des Islam tun.

      So genau weiß man eben nicht, ob der Koran wirklich von Gott ist. Man vertraut darauf, dass Muhammad schon nicht gelogen hat. Man vertraut darauf, dass der Satan sich nicht als Engel verkleidet hat (außer bei der Offenbarung der „satanischen Versen“ über Lat, Uzza und Manat).

      Vielleicht ist der Koran ja auch nur eine Prüfung von Gott, um zu sehen, wie schnell jemand seine natürliche, kindliche Menschlichkeit aufgibt, wenn irgendwo ein paar Verse geschrieben stehen, von denen „glaubhaft“ gesagt wird, sie seien von Gott?

      Warum, beispielsweise, sollten die Zeugenaussagen von zwei Frauen gleich der Aussage nur eines Mannes sein? Warum sollten nur die Frauen etwas über den Kopf ziehen, nicht aber die Männer? Warum dürfen die Frauen keine nicht-muslimischen Männer heiraten, die Männer aber nicht-muslimische Frauen?

      Rationale Gründe gibt es dafür nicht. Es steht halt geschrieben, und Punkt. Die esoterischen Autorinnen und Autoren, die täglich mit Gott reden, lügen natürlich alle, und Muhammed nicht. Das ist vollkommen klar. Das kann nicht anders sein. Das darf nicht anders sein, und also ist es nicht anders. Und sonst Hölle.

      Oder die erboste Rache anderer Muslime. Wenn in einem esoterischen Buch stehen sollte: „Frauen haben am linken Fußgelenk einen Fußreif zu tragen, sonst Hölle“, dann wird man darüber lachen und das nicht weiter ernst nehmen. Wenn im Koran steht: „Frauen haben etwas von ihrem Obergewand über den Kopf zu schlagen“, dann riskieren dafür einige Frauen sogar die angestrebte berufliche Karriere, weil der Koran ja a priori (ohne weitere Beweise) von Gott ist, denn Mohammad hat das ja so gesagt, und der muss es wissen, weil im Koran steht, dass er ein Prophet ist. Und andere Leute sagen das ja auch.

      Jeder, der einmal Muslim war, weiß, dass im Koran die Polytheisten, Atheisten und Anhänger der christlichen Trinitätslehre (also die meisten Christen) ins Höllenfeuer gesendet werden, ungeachtet dessen, was sie getan haben. Er (oder sie) weiß aber auch, dass die meisten Muslime in Europa geflissentlich darüber hinweglesen (so wie ich früher) und freundliche europäische Mitmenschen sind.

      Es gibt aber auch Menschen, die jene Verachtung gegenüber den „Ungläubigen“ aus dem Koran ganz einfach mit in den Alltag hineinnehmen. Aus diesem Grund, und auch, weil ich nicht glaube, dass Gott ungerecht ist, d.h. weil ich nicht glaube, dass gute Taten von „Ungläubigen“ nicht zählen, habe ich mich vom Islam distanziert.

      Natürlich wundere ich mich über solche Aussagen wie: „Ich trage mein Kopftuch freiwillig, weil es eine religiöse Vorschrift ist“ oder: „Der Islam ist eine tolerante, friedliche Religion, in der es (außer den religiösen Vorschriften) keinen Zwang gibt“; wer mit Bestrafung („Hölle“) droht, nötigt zu bestimmten Handlungen, die dann also alles andere als freiwillig sind, und wer strafbewehrte Vorschriften macht, übt einen Zwang aus. Sei es nun ein Staatsanwalt, ein Richter, der Gesetzgeber oder ein Gott oder der Gott.

      Der Atheismus ist genauso dogmatisch; er behauptet, dass es keinen Gott gibt, ohne das beweisen zu können. Wenn sich die Menschheit einmal darauf einigen könnte, dass Wissen Wissen ist und Glauben Glauben, dann wären wir schon viel weiter. Dann sollte es aber auch konsequent bei allen Muslima nicht mehr heissen: „Gott schreibt den Frauen vor, sich etwas über den Kopf zu werfen“, sondern: „Ich glaube, dass ich mir etwas über den Kopf werfen sollte, hmm also, könnte aber auch nicht stimmen“.

      Antworten

    • Erratum: Im sechsten Abschnitt muss es natürlich „satanische Verse“ heißen; es ist in meinen Augen übrigens die größte Achilles-Ferse des Propheten, dass er vermutlich zumindest einmal schwer getäuscht wurde. Warum also nicht auch bei manch anderen Versen?

      Vielleicht sollte ich noch bemerken, dass ich grundsätzlich gegen staatliche Eingriffe in Bekleidungsangelegenheiten bin, also gegen Burkaverbot etc. Die betreffenden Personen sollten das schon selbst reflektieren und selbst entscheiden. Ich halte es da mehr so wie Indien, wo im Extremfall auch vollkommen nackte Religionsführer im Parlament eine Rede halten können, ohne dass darüber ein empörtes Aufsehen entsteht (Foto mit Seitenansicht des Redners ohne sichtbare primäre Geschlechtsmerkmale):

      http://metro.co.uk/2016/08/27/man-addresses-state-parliament-completely-naked-6094347/

      Antworten

  7. Hallo, toller Artikel.

    Ich kann die Diskussion um den Burkini auch nicht verstehen. Wenn man sich mit den Thema mal beschäftigt, stellt man schnell fest, dass der Burkini die Integration eher vorantreibt. Hier gibt´s mehr Info dazu.

    Antworten

  8. Warum müssen sich eigentlich nur die Frauen verschleiern?

    Warum sind Frauen in Sachen Sorgerecht, Erbrecht und generell vor dem gesetz in der Ummah in allen Gesellschaften benachteiligt, solange dort das islamische Recht herrscht?

    Warum zählt die Stimme einer Frau vor dem Gericht nicht soviel, wie die eines Mannes, wenn es nach der Sharia rechtsprechung geht?

    Warum darf heute noch der Mann 4 Frauen haben, aber die Frau nicht?

    Warum darf laut Quran der Mann seine Frau bei „Ungehorsam“ meiden und schlagen, während die Frau als „Saatsfeld des Mannes“ immer bereit stehen muss?

    Warum haben alle 56 OIC Staaten (islamische Staaten) und deren Gelehrte 1990 in Kairo eine eigene islamische Erklärung der Menschenrechte verfasst, in der sie die universelle Erklärung der Menschenrechte unter der Sharia stellen?

    Der Islam ist eine Männerideologie und natürlich wollen diese Männer ihre Vorteile nicht hergeben. Daher auch diese enorme Druck der islamischen Parallelgesellschaften auf ihre Frauen und Töchter, deren „Ehre“ die Männer angeblich schützen, indem sie Ihnen die Freiheiten nehmen, die für die islamischen Männer natürlich selbstverständlich sind.

    Und dass Frauen die eigene Unterdrückung verteidigen, hat etwas mit Psychologie zutun:

    Es gibe ja auch Vergewaltigungsopfer, die sagen, dass sie mit der Vergewaltigung einverstanden waren, um sich einen rest an freie Entscheidungsmöglichkeiten und Pseudo Würde zu bewahren.

    Und ja, es gibt Kulturen, die in Sachen Menschenrechte und individuelle Freiheit anderen Überlegen sind. Damit meine ich die deutsche Kultur im Gegensatz zu (insert any islamic Ummah country) Kultur.

    PS. Getippt auf dem Tablet während der Bahnfahrt. Daher kann das produkt Spuren von rechtschreibfehler enthalten.:)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.