Artikel
3 Kommentare

Taten zählen mehr als Worte

Im letzten Jahr habe ich alles bekommen, was ich wollte und was ich mir immer gewünscht habe. Aber auf der anderen Seite habe ich noch mehr verloren.

Doch das Leben ist nicht vorbei und unsere Seelen sind alle noch so jung, wenn man bedenkt, dass sie in der Ewigkeit weilen werden.

Noah, das ist dieser Prophet mit den Tieren und der Arche und der Sintflut. Er wurde fast 1000 Jahre alt, der älteste Mensch, der je auf dieser Erde gelebt hat. Er soll gesagt haben, dass unsere Seelen in einer Zeit vor dieser Welt geschaffen wurden und wenn wir geboren werden und sterben, sei es so, als wären wir nur durch einen Raum gegangen. Durch die eine Tür hinein und durch die andere wieder hinaus, wo unsere Seelen wieder frei sind von unseren Körpern. So wenig ist das Leben, ein Trugbild vielleicht, ein Schleier, der unsere Sinne trübt, uns festhält und wir machen so viel daraus. Eine Hymne. Ein Drama. Eine Tragödie.

Jedes Leben birgt Tragödien, Verwirrung, Frust, Angst und Schmerz, damit wir kämpfen und das Leben spüren und nie vergessen, dass es mehr gibt, als das, was wir sehen!

Mein Leben liegt noch vor mir und ich habe Pläne. Große Pläne. Ich will den perfekten Partner finden. Ich will Menschen berühren. Ich will etwas in dieser Welt bewegen und ich will glauben, dass nichts auf der Welt mir etwas anhaben kann. Manchmal habe ich sogar wirklich das Gefühl, ich sei unbesiegbar.

Es ist nicht immer einfach und vieles fühlt sich falsch an. Irgendwann hört man auch auf, zu erwarten, dass der Druck nachlässt oder man erinnert sich überhaupt nicht mehr, wer man ist und erst ganz am Ende merkt man, dass die Pläne, die man geschmiedet hat einfach nur Pläne waren. Aber wenn man zurückblickt, möchte man sein bestes gegeben haben. Man will strahlen, wie ein Stern in der Dunkelheit einer ungewissen Unendlichkeit..

Ich will meinem Leben Bedeutung geben, indem ich liebe und mich gut fühle und dann lache und verdammt glücklich bin. Jetzt! Ah, ich wollte auch weniger labern und mehr machen, denn es heißt doch „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ (1. Johannes 2,1-6).

Mervy Kay

Artikel
12 Kommentare

Good News are for Good People..

..and Bad News are for Bad People?

Es ist der 15-Uhr-Zug von Tübingen nach Stuttgart. Eine Pendlerstrecke, aber eine Uhrzeit zu der Pendler rar sind. Die beste Uhrzeit für gute Unterhaltungen mit ausländischen Businessmenschen die in Metzingen, der Einkaufsmetropole, zusteigen. Eine Zeit zu der die Züge pünktlich und die Sitze frei sind.

Jeden zweiten Tag fahre ich diese Strecke. Nicht zum Flughafen, wie die Businessmenschen, sondern in ein medizinisches Zentrum. Heute möchte ich kein interessantes Gespräch führen. Heute kommen die Befunde. Was mache ich daraus?

Im Leben läuft nie immer alles optimal. Jeder Mensch hat eine Bürde und die ist immer nur so schwer, dass er sie tragen kann. Aber warum wiederfahren guten Menschen schlechte Dinge? Ich weiß es nicht, aber starke Menschen können schwere Bürden tragen und das müssen sie. Das stand heute in meinem Kalender:

“Life has meaning only in the struggle. Triumph or defeat is in the hand of God. So let us celebrate the struggle!”

Mein Leben ist mehr wie diese Zugfahrt, als wie ein Kampf. Ich fahre, steige um, warte, hoffe, renne, fluche, bin alleine und zusammen. Ich will in diesem Zug sitzen, aber wohin fährt er? Kann ich das entscheiden? Steige ich eines Tages aus, bin verheiratet und heiße Mama? Arbeite ich und lebe ich oder bin ich verloren? Ich will mit allen Zügen fahren und durch alle Abteilungen laufen. Ich will alt werden, mein Leben lieben, aber jetzt muss ich erst aussteigen und stark sein!

Der Arzt legt mir seine großen, warmen Hände auf den Arm. Will er wieder neues Blut für neue Tests? Neuigkeiten gibt es heute keine für mich. Ich soll weiter kämpfen sagt er!

Gehört kämpfen also zum stark sein? Wofür kämpfen Menschen? Für Menschenrechte und eine Flasche Wasser. Für einen Mann und die Aussicht auf Liebe. Und wofür soll ich jetzt kämpfen? Mit dem Arzt für eine handfeste Diagnose und die korrekte Schreibweise meines Nachnamens?

Mein Handy blubbert schon wieder eine SMS. Meine Freundin Dotzi will, dass ich mit ihr Donuts esse. Der Alltag ist die beste Medizin gegen Schicksalsschläge, die hoffentlich nicht bei jedem zum erwachsen werden gehören. Aber kennt ihr die Regel, dass jedem Menschen nur einmal etwas Schlimmes passiert? Das stand nicht in meinem Kalender. Das hat Dotzi gesagt und sie hat gesagt, dass ich auch über tiefgründige Sachen schreiben muss. Wer hat eigentlich dieses SMS erfunden? Ich will ihre Stimme hören und ich will leben, weil ich nicht kämpfen will. Ich bin doch schon stark!

Mervy Kay

P.S.: Da fällt mir eine Überlieferung aus dem Islam ein. Unser Prophet (s) soll empfohlen haben fünf Dinge vor fünf anderen zu nutzen!

„Nutze dein Leben vor deinem Tod. Deine Gesundheit vor deiner Krankheit. Deine Jugend vor deinem Alter. Dein Reichtum vor deiner Armut und deine freie Zeit vor der Beschäftigung.“

Macht Sinn!