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Ich finde jegliche Arten von Nominierungen sehr kindisch. Im Stillen bin ich jedoch wirklich immer sehr unglücklich darüber gewesen, nie nie nie für etwas nominiert worden zu sein. Mein höchst aufmerksamer Kollege SalvaVenia hat mir nun geholfen mein Selbstwertgefühl wieder auf Vordermann zu bringen. Gerne beantworte ich ihm zu diesem Anlass einige Fragen.

1.) Welches Buch empfehlen Sie mir?
In meinem hierarchisch sortierten, bescheidenen Bücherregal hat mein kaligraphisch handgeschriebener Koran das oberste Fach für sich alleine. Mein Vater hat es mir geschenkt, als ich mit acht Jahren die Rezitation lernte. Direkt unter diesem Fach, sogar noch über der juristischen Literatur, befinden sich meine Backbücher. Ich möchte ich dir unbedingt ans Herz legen, ein Backbuch zu lesen!

2.) Was halten Sie von Meister Eckkart?
Ich möchte an dieser Stelle ein schönes Zitat von ihm anbringen: „Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott; denn, wenn der Gedanke vergeht, vergeht auch der Gott. Man soll vielmehr einen wesenhaften Gott haben, der weit erhaben ist über die Gedanken der Menschen und aller Kreaturen.“

Tatsächlich ein Mann, seiner Zeit weit voraus.

3.) Wie lautet Ihre Lieblingslosung?
„Der Wille zählt. Aber die Tat entscheidet.“ eine von mir abgewandelte Version der Phrase „Acta, non Verba!“

4.) Welches Obst essen Sie am liebsten?
Ich esse viele, viele Äpfel, weil meine Eltern viele, viele Apfelbäume haben. Am liebsten esse ich aber frische, saftige Maulbeeren, frische, saftige Feigen, frische, saftige Datteln, frische, saftige..eigentlich alles Obst, was es hier oft nur getrocknet oder in teuer gibt und in der Türkei wächst, wie die Äpfel in unserem Garten.

5.) In welches Land möchten Sie reisen, das Sie noch nicht kennen?
Ich würde gerne noch in jedes Land reisen, weil ich noch kaum eines kenne. Nachdem ich jetzt im vergangenen Jahr Deutschland etwas näher erkunden konnte, möchte ich zunächst aber am liebsten auch die Türkei, meine Zweitheimat, richtig kennen lernen.

6.) Warum essen die Deutschen soviel Schokolade?
Kann man denn genug Schokolade essen?

7.) Wie heißt Ihr Lieblingsmusikstück?
Es ist schwierig, sich festzulegen. Je nach Stimmung ein anderes.

8.) Was bringt Ihnen am Bloggen die meiste Freude?
Das Bloggen gibt mir das Gefühl etwas bewegen zu können. Menschen zu erreichen.

9.) Welches wäre Ihnen das liebste Haustier?
Ich liebe Hunde, finde es aber eher suboptimal, sie im Haus zu halten. Tiere, die man essen kann wären auch gut. Ein Schaf oder ein Huhn. Tiere gehören aber im Allgemeinen einfach nicht in Häuser.

10.) Wie lautet Ihr Lieblingswitz?
Lebten die Leute in einem Kontrollstaat und merkten es nicht. Such die Pointe.

11.) Weshalb sind Sie glücklich?
Die Frage impliziert, ich wäre glücklich. Ich bin manchmal glücklich, wenn ich das Gefühl habe, es gäbe so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit auf dieser Welt gibt.

5 Kommentare

  1. Na, da geht einem doch gleich das Herz auf ob dieser erfrischenden und sich freuenden Blogwortverschrifterei. 🙂

    Daß indes dem Link auf meinen geliebten Meister Eckhart so gar kein Klick vergönnt gewesen sein soll … das schmerzet doch ein wenig sehr, wie meiner einer durchaus zugeben muß.

    Acta, non verba indes, dem kann ich vorbehaltlos zustimmen!

    Habe die Ehre!

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  2. „Muss ich wissen, wer das ist?“

    Muss Du nicht, kann aber interessant sein! Sooo viel weiß ich auch nicht über ihn, aber: Christlicher Mystiker.

    Der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume hat ihn schon mehrmals erwähnt. Beispiel 1:

    „In die deutsche Sprache kam die „Bildung“ entsprechend durch den Dominikaner und bedeutenden Mystiker Meister Eckhart (1260 – 1328), der lehrte, dass sich die Menschen zur Fülle der von Gott eingegebenen, guten Eigenschaften „bilden“, sich Ihm dadurch nähern sollten.“

    Beispiel 2 (aus meiner Sicht noch interessanter, weil Vergleich mit Zen-Buddhismus erfolgt, also ähnliche Weisheiten in verschiedenen Religionen):

    „Viele Menschen im Westen, welche sich mit Zen befassen, finden Parallelen zur christlichen Mystik. Genannt sei hier Meister Eckhard (gest. 1328), welcher immer wieder mit Zen-Meister Huang-Po (770-850) verglichen wird, der Folgendes sagte: „ Nur indem ihr verhindert, dass begriffliches Denken entsteht, werdet ihr Bodhi (Erwachen/Erleuchtung) erfahren. Dann werdet ihr auch Buddha erfahren, der immer in eurem Geist existierte.“

    Zum Vergleich dazu Meister Eckhard: „Alles was man von Gott zu denken vermag, das ist alles Gott nicht. Was Gott in sich selber sei, dazu kann niemand kommen, er werde denn in ein Licht gerückt, das Gott selber ist.“

    Wie den Meistern des Zen oder dem islamischen Arzt und Philosophen Ibn Rushd ging es auch Meister Eckhard um die Aussöhnung von „Physik und Metaphysik“. Deshalb deutete er die Bibel nicht buchstabengetreu, sondern allegorisch. „

    Ja, hier gibt’s auch noch einen Vergleich mit einem islamischen Philosophen! Michael Blume hat wirklich etwas zu bieten.

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  3. Ich finde es sehr erstaunlich, dass du uns viel Einsicht auf dein privates Leben gibst. Vor allem da du dazu stehst, dass du momentan keinen Grund hast glücklich zu sein.
    Ich lese gerne und fleißig viele deiner Blogeinträge. Dein Schreibstil ist geprägt von einem unglaublich trockenen Humor! 😀 Das gefällt mir sehr. Weiter so 🙂

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