29 Kommentare

  1. Ich dachte, dass Tragen des Hijab ist als Muslima verpflichtend? Dann wäre es keine freie Entscheidung, nichts, was du individuell aussuchen kannst, sondern einfach ein Muss. Deine Religion schreibt dir dann vor, was du anderen zeigen darfst, und nicht du selbst. Oder irre ich?

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      • Das empfinde ich als paradox. Wenn es verpflichtend ist, Hijab zu tragen, ist es eben nicht deine individuelle Entscheidung. Dann ist es eine Art Zwang. Du entscheidest dann einen wesentlichen kleineren Teil, vielleicht die praktikable Ausführung dessen. Und wem du was zeigst, ist doch auch genau vorgeschrieben, du hast doch hier selbst die Suren gepostet, oder irre ich? Das ist genau das Problem, was ich mit organisierten Religionen habe. Ein Abgeben von persönlicher Verantwortung, um eben diesem einen Regelwerk zu folgen. Ich verstehe das nicht. Für mich hätte das nichts mit Freiheit zu tun. Ich muss es aber auch nicht verstehen. 😉

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        • Ich entscheide mich doch aber letztendlich auch selber für die Relion. Es steht mir frei zu glauben, was ich will. Und wenn ich mich mit einer Relgion einschränken möchte, dann hat das eben auch etwas mit Freiheit zu tun.

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        • Ich denke nicht, dass Merve es als verpflichtend ansieht, Hijab zu tragen. Viele Muslima in der Türkei und in Deutschland tun es ja auch nicht. Gerade daraus leitet sie ja ab, dass es für sie eine freie Entscheidung ist, das zu tun (Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, Merve). Und diese freie Entscheidung respektiere ich.

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        • Im unserem Europäischen Kulturkreis haben wir (gegen vehemente Widerstände der Kirchen) durchgesetzt, dass Religion und Glauben eine freie individuelle Entscheidung ist, die jeder und jede Einzelne für sich selbst treffen kann. Diese freie Entscheidung sollten wir auch jedem und jeder zugestehen.
          Genauso sollten wir aber sehr genau darauf achten, wo in unserer Gesellschaft Druck auf Menschen ausgeübt wird, sich nach irgendwelchen Regeln zu richten, die über die staatlichen Gesetze hinausgehen, und scharf dagegen vorgehen. Und zwar unabhängig von wem dieser Druck ausgeübt wird. Das sind nämlich keinesfalls nur islamische Kreise in denen das vorkommt. Auch einige christliche Gemeinschaften zeigen ähnliche Tendenzen, ganz zu schweigen von sogenannten „völkischen“ Gemeinschaften.

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          • Es ging mir nicht um Druck. In einem anderen Kommentar hatte Merve geschrieben, dass der Hijab verpflichtend für Muslime ist, (und das auch anhand einiger Suren hergeleitet) und dass es da keinen easy way out gibt. Ich finde das übrigens vollkommen in Ordnung, ich kritisiere das nicht. Wenn ich Mitglied in einer Bikergang werden will, dann kann mich mir meinen Patch auch nicht selber malen, um mal einen profanen Vergleich zu wählen. Dann ist es eine freie Entscheidung, die „Gesetzen“ und Geboten einer Religion anzunehmen, und danach auch zu leben. Das ist ja vollkommen in Ordnung. Dennoch schreibe ich ja die Regeln dieser Religion nicht einfach neu oder kann sie mir machen, wie es mir eben passt. Das meinte ich. Wenn ich mich einmal entschieden habe, muss ich diesen Regeln folgen. Und dann ist es keine freie Entscheidung, denn ich habe diese Verantwortung abgegeben. So sehe ich das jedenfalls. Ich will das auch gar nicht kritisieren, mir ging es hier nur um ein Detail, welches ich für die Vervollkommnung meines Verständnisses benötigte.

          • Man gibt die Verantwortung nie ab. Ich hinterfrage immer (!) alles (!), was ich tue und wie gesagt: Es gibt keinen Zwang im Glauben. Das ist eine Überlieferung unseres Propheten.

            Aber ich verstehe, worauf du hinaus willst und finde das Beispiel mit den Bikern erste Sahne.

          • So gesehen sind die hier lebenden Muslimas zerrissen von dem Druck der westlichen Gesellschaft, kein Kopftuch zu tragen (weil das z.B. erhebliche Nachteile bei der Berufswahl und bei Bewerbungen nach sich bringt) und dem Druck des Korans, in dem das Kopftuch ein Ideal darstellt. Egal, was sie tun, sie sind mutig und stehen zu sich selbst. Wie allerdings stehen ihre Mitmuslime dazu, wenn sie sich gegen ein Kopftuch entscheidet? Gilt sie dann als schlechterer Mensch, der gegen seinen Glauben handelt?

  2. Heute gibt es unzählige Christen, die sich für oder gegen die Pille, Ehescheidung, Taufe ihrer Kinder usw. entscheiden. Mit der Säkularisierung und einer demokratischen Staatsform ist jeder Ausdruck von Glauben und anderen Überzeugungen eine Entscheidung des Individuums. Sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber nicht, wie man sieht.

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