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Wärme

Der Sommer bringt jedes Jahr komische Leute mit komischen Fragen.

„Ist dir nicht warm mit so vielen Klamotten? Du tust mir Leid, weil du das alles tragen musst!“

Jedem ist warm, wenn es warm ist. Ich muss das alles nicht tragen. Ich mache es.

Spart euch euer Mitleid für die Jura-Professoren, die bei diesem Wetter Anzüge tragen. Ach nein, die wollen das ja selber. Mein Fehler.

Mervy Kay

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  1. Ich trage selbst im Hochsommer gern meine Jeans und oft auch langarmige Hemden, weil ich es schön finde. Ich kann nicht sagen, dass ich ein Fan von Kopftüchern bin, die gefallen mir ebenso wenig wie Röhrenjeans (besonders bei Männern). Aber das ist eben eine modische Frage für mich und die gilt eben nur für mich.
    Neulich las ich die Nachricht, dass eine Hochschule eine Studentin die Verschleierung verbot und begründete dies mit der fehlenden Kommunikationsfähigkeit. Es wurde geschrieben, dass man lange miteinander gesprochen hätte, aber ich weiß auch, wie man sich als Student fühlt, wenn man dem Präsidenten und den Professoren gegenübersitzt, da stimmt man nicht frei zu. Was ich eigentlich sagen wollte: Wir berichten gern darüber, dass man in muslimischen Ländern Frauen von der Bildung abhält und geben es nicht zu, wenn wir es selbst machen, denn genau das ist die Realität, die dabei entsteht. Ich selbst möchte tatsächlich in ein Gesicht sehen, wenn ich mit der Person rede, aber ich möchte niemals eine Person von einem Gespräch ausschließen und von der Bildung erst recht nicht.

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    • Das ist eine sehr tolerante Einstellung, die nicht viele mit dir teilen. Mir würde es schon reichen, wenn es den Leuten egal ist, ob jemand ein normales Kopftuch trägt oder nicht. Irgendwann muss man sich ja auch daran gewöhnen können..

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      • Ich habe aber eh das Gefühl, dass die Toleranz da schon mal höher war. Du schriebst vom Sicherheitspersonal im Flughafen, die deinen Vater wegen seines Bartes durchsuchten und ich habe selbiges schon am Bahnhof erlebt. Er war auch ein südländischer Typ mit leichtem Bart und während Unmengen von Personen einfach durchgelassen wurden, musste er seinen Rucksack öffnen. Im Zug ärgerte ich mich, dass ich nicht meinen Rucksack unten im Tunnel ebenfalls öffnete, um ihn direkt einem Polizisten vor die Nase zu halten, denn ich kann ja niemals eine gefährliche Person sein, mit meiner bleichen Haut und meinen blonden Haaren…

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        • Naja, du siehst auch wirklich schön aus..

          Ich bin eigentlich wirklich keine von den Personen, die sich in eine Opferrolle schmeißen und Diskriminierung geklagen.

          Ich sehe meine Religion nicht als Handicap und mein Kopftuch noch weniger.

          Aber es stimmt, was du sagst. In den letzten Wochen habe ich gespürt, dass die Umbruchstimmung, von der ich hoffte, dass sie in die „richtige“ Richtung überschlägt, einen falschen Knick hat.

          Gerade die Ergebnisse und Beteiligungsrate an den Europawahlen, hat mir gezeigt, dass man die Menschen stärker auf Missstände aufmerksam machen muss.

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          • Vielen Dank für das Kompliment, aber nur weil ich schön aussehen mag, macht mich das nicht weniger zum Verdächtigen, als jenen armen Kerl, der gleich von vier Polizisten rausgezogen wurde…

            Und man sollte dann auch nicht klagen oder sich als Opfer sehen, denn dann haben die Idioten ja wirklich gewonnen. Ich fand es einfach nur traurig und hab mich geschämt, über den Umgang. Es hätte ja auch in Polizist genügt und die anderen drei hätten auch uns überprüfen können…denn wer weiß schon, was ich in meinem Rucksack habe.

            Ich bin guter Dinge, dass es wieder besser wird, aber dafür braucht es eben auch Menschen wie dich, die hier zeigen, dass sie ihr Kopftuch tragen und dass das nichts anderes bedeutet, als dass du ein Mensch mit einem Kopftuch bist. Also dass man eben den Menschen sieht und nicht den Bart oder das Kleidungsstück.

          • Oh, gleich zwei Fettnäpfchen…ein Hijab natürlich und eine Menschin also… 😀 ich versuche es in Zukunft zu beachten.

          • Quatsch, die Hälfte von allem ist sowieso nur Spaß.
            Ich steh aber auf dieses gendern..das ist so bescheuert, dass es wieder witzig ist. 😉

          • Ahso 😀 und das Gendern ist oftmals eine solche merkwürdige Wortverunstaltung, dass es mir weh tut, ansonsten bin ich da ja immer sehr aufgeschlossen…

          • Seit ich durch Twitter mitbekommen habe, was vielen Feministen durch den Kopf geht, machen die mir eigentlich nur noch Angst.

          • Naja, da gibt es eben solche und solche. Vermutlich haben die „normalen“ (das ist immer so ein Wort) Feministinnen gar keine Lust darauf, sich auf das Gekotze jener krassen Fem. einzulassen. Ich kenne zumindest einige und komme ausgesprochen gut mit ihnen aus. ja freue mich auch auf ihre Veranstaltungen zur Gleichstellung (wobei jene Veranstaltungen eben auch nicht nur auf die Mann-Frau-Thematik beschränkt sind).

          • Ich kenne einfach zu viele Männer, die gespamblockt werden, weil sie Kritik geäußert haben, wie heute wieder einmal.

            Ich habe mal einen Blogeintrag dazu geschrieben und extra das Wort „Neo-Feminismus“ benutzt, weil du natürlich Recht hast. Man kann nicht alle Feministen und Feministinnen in einen Topf werfen.

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